Donnerstag, 19. November 2020

Kein Schulbus für Kleinkind: Bürger in Turin spenden Taxigeld

3 Kilometer zu Fuß muss ein Vater mit seiner 4-jährigen Tochter täglich entlang einer stark befahrenen Straße zu Fuß gehen, um einen Kindergarten in Turin zu erreichen, wie die Tageszeitung „Corriere della Sera“ berichtet. Der Mann lebt in einer Roma-Siedlung außerhalb der Stadt. Obwohl er EU-Bürger ist und seit Jahren in Turin wohnt, hat seine Tochter kein Recht, im Schulbus mitzufahren, da der Vater wegen seiner Arbeitslosigkeit keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat.

Anonym gebliebene Bürger finanzieren dem Vater und seiner Tochter die Taxi-Fahrt zum Kindergarten.
Anonym gebliebene Bürger finanzieren dem Vater und seiner Tochter die Taxi-Fahrt zum Kindergarten. - Foto: © Tiberio Sorvillo
Der Fall weckte die Aufmerksamkeit lokaler Medien, die über die Situation der Familie berichteten. Daraufhin entschloss sich eine Gruppe anonym gebliebener Bürger, Vater und Tochter die Hin- und Retour-Fahrt mit dem Taxi zu finanzieren, bis die Angelegenheit geregelt werden könne.

Der Vater des Mädchens, der weitere 2 minderjährige Kinder hat, ist in Turin zur Welt gekommen, hat aber nicht die italienische Staatsangehörigkeit. „Ich will, dass meine Tochter in den Kindergarten geht“, sagte der Mann. Über einen Rechtsanwalt reichte er einen Antrag bei einem Gericht in Turin ein, damit auch seine Tochter mit dem Schulbus den Kindergarten erreichen könne.

Der Vater dankte den anonymen Spender für die Geste. Er kämpfe weiter um seine Aufenthaltsgenehmigung, sagte er.

apa