Donnerstag, 22. Oktober 2015

„Kein versteckter Bettenabbau“

Der Gesundheitsbezirk Meran hat am Donnerstag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz betont, dass die Reduzierung der Betten in der Abteilung Geriatrie am Meraner Krankenhaus nicht aus Kostengründen erfolgt, sondern wegen eines zeitweiligen Personalengpasses.

Bezirksdirektorin Irene Pechlaner und Sanitätskoordinator Roland Döcker erklärten am Donnerstag die Maßnahmen in der Meraner Geriatrie. (Foto: lub)
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Bezirksdirektorin Irene Pechlaner und Sanitätskoordinator Roland Döcker erklärten am Donnerstag die Maßnahmen in der Meraner Geriatrie. (Foto: lub)

Entgegen den Meldungen einiger Medien, dass die Meraner Geriatrie am Meraner Krankenhaus aus Spargründen Betten abbauen will, stellte der Gesundheitsbezirk Meran klar, dass dies nicht der Fall ist: Es handelt sich hier um keine Einsparungspolitik, sondern um eine zeitweilige Personalnot. Es werden alle Bemühungen angestrengt, um diese so bald wie möglich zu beheben.

Der am Mittwoch im Meraner Gemeinderat vorgebrachte Entschließungsantrag wurde ohne Rücksprache mit dem Gesundheitsbezirk eingebracht. In einem Pressegespräch klärte Bezirksdirektorin Pechlaner am Donnerstag die Situation.

„Es handelt sich um keine Sparmaßnahme und um keinen versteckten Bettenabbau“, stellt Pechlaner klar. „Im Krankenhaus Meran sind zur Zeit 535 Krankenpflegerinnen und -pfleger tätig; durchschnittlich sind davon 71 im Wartestand und 21 in Schwangerschaft. 93% des Pflegepersonals sind Frauen, die Teilzeitquote beträgt 53%. Zusätzlich haben 40 Krankenpfleger die Begünstigungen des Gesetzes 104, das bedeutet, dass sie Anrecht auf eine Stundenreduzierung haben.“

Fünf Schwangerschaften in der Geriatrie

Aus diesen Daten sei laut Pechlaner leicht ersichtlich, dass die Besetzung von Turnusdiensten kein leichtes Unterfangen sei und plötzliche Personalschwankungen, z.B. krankheitsbedingt oder durch Schwangerschaften, nicht sofort aufgefangen werden können. "In der Geriatrie handelt es sich um einen solchen kurzfristigen Personalengpass, bedingt durch fünf Schwangerschaften und zwei längere Krankenstände – über einen Monat", erklärte Pechlaner.

Die Pflegedienstleitung bemühe sich zwar, das Personal, welches in Schwangerschaftsurlaub tritt, sofort nachzubesetzen, jedoch finde sich nicht immer zeitgleich jemand. In der Zwischenzeit dürfen z.B. werdende Mütter keine Nachtdienste und schwere Tätigkeiten mehr verrichten, weshalb es schwierig ist, die Turnusgestaltung aufrecht zu erhalten. Es sei auch nicht sinnvoll, Pflegepersonal der anderen Abteilungen in die Geriatrie zu verpflichten, da dies weder für die Motivation noch für das Arbeitsklima und schon gar nicht für den Patienten förderlich sei.

Wertschätzung für Geriatrie-Personal

Bezirksdirektorin Pechlaner lobte das Pflegepersonal der Geriatrie, "da dieses trotz dieser schwierigen Situation bis jetzt die Abteilung mit allen 40 Betten am Laufen gehalten hat und bereit war, Urlaub zu verschieben und mehr als die notwendigen Stunden zu leisten – alles hat aber auch Grenzen.“

Sanitätskoordinator Roland Döcker und der koordinierende Pflegedienstleiter Frank Blumtritt werden am Freitag mit dem betroffenen Personal ein weiteres Gespräch suchen, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Der Bezirk bemüht sich, die Stellen sofort mit Pflegern nachzubesetzen, die Freude an einer Arbeit im geriatrischen Bereich haben.

Sollte dies nicht gelingen, so sei man kurzfristig gezwungen, einige Betten - auf jeden Fall weniger, als die in den Medien genannten 20 - zeitweilig nicht zu besetzen und die diesbezüglichen Patienten, in Absprache mit den Primaren, auf anderen, v.a. internistischen Abteilungen, zu betreuen.

Hoffnung auf Claudiana-Abgänger

„Wir setzen starke Hoffnungen in die demnächst abschließenden Claudiana-Abgänger – dass darunter Menschen sind, die für diesen Bereich eine Begeisterung mitbringen", meinte Pechlaner. "Zwei Drittel der Pflegerinnen in der Geriatrie arbeiten dort bereits seit mehr als zehn Jahren mit viel Freude und Einsatz. Wir wünschen uns, dass wir für sie so schnell wie möglich Kolleginnen oder Kollegen finden, die gut ins Team passen.“

stol

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