Warum die Politik dringend eingreifen müsse, um zu verhindern, dass immer mehr Südtiroler unter die Armutsgrenze rutschen.<BR /><BR /><BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/viele-suedtiroler-kommen-mit-ihrem-gehalt-nicht-ueber-die-runden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">„Die Situation in Südtirol ist momentan leider so, dass viele Arbeitnehmer mit ihrem Lohn nicht mehr über die Runden kommen“</a>, sagte der ASGB-Vorsitzende Tschenett zu STOL. Dies betreffe nicht nur eine Berufskategorie, sondern ziehe sich durch viele Berufe. „Es ist so, dass während der Pandemie sehr viele Mitarbeiter im Lohnausgleich waren, arbeitslos, oder auch gar keinen Verdienst hatten, und in dieser Zeit ja trotzdem Kosten hatten und ihre Familie ernähren mussten“, so Tschenett. Viele Arbeitnehmer hätten also ihr Erspartes aufgebraucht.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52785466_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR />Dies spüre man natürlich auch bei der Caritas-Schuldnerberatung, sagt Stefan Plaikner. „Bis zu Beginn der Corona-Pandemie haben die Leute bei uns vor allem um Beratung angefragt.“ Will heißen: Man hat die Caritas um technische Hilfe gebeten, wenn es etwa darum ging, einen Kredit zu beantragen, oder dementsprechende Formulare auszufüllen. <BR /><BR />Seit Beginn der Pandemie habe sich hingegen die Anzahl derer Personen, die nicht nur um Beratung, sondern um finanzielle Unterstützung anfragen, deutlich erhöht, so Plaikner: „Von 2019 auf 2020 um 30 Prozent und von 2020 auf 2021 um weitere 15 Prozent.“ Insgesamt sind die Anfragen um finanzielle Unterstützung bei der Caritas innerhalb von 2 Jahren um 45 Prozent gestiegen. <BR /><BR />„Viele der Personen, die bei uns anfragen, haben nach all den Monaten der Pandemie, in denen sie etwa arbeitslos wurden, oder für lange Zeit nicht arbeiten konnten, noch immer ihr finanzielles Gleichgewicht nicht gefunden.“ <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52786800_quote" /><BR /><BR /><BR />Was bedeutet dies konkret? „Es ist ganz einfach so, dass viele Südtiroler den Strompreis oder ihre Miete nicht mehr bezahlen können und dann fragen sie bei uns um finanzielle Hilfe.“ Es gebe genügend Leute, die ohnehin schon mit dem Lebensminimum auskommen müssten. „Diese Personen leben am Existenzrand.“ Diese Situation habe sich während der Pandemie verschlimmert und nun mit dem Anstieg der Strompreise und der gestiegenen Lebenshaltungskosten noch einmal deutlich verschärft. <BR /><BR />Doch Plaikner befürchtet, dass es noch schlimmer kommen könnte: „Es schaut derzeit ja nicht danach aus, dass die Preise schnell sinken würden.“ Die Caritas könne die finanziellen Nachfragen der anfragenden Personen für einige Zeit überbrücken. „Auch die Personen selbst kommen für eine gewisse Zeit mit weniger Geld aus“, so Plaikner. „Doch auf die Dauer kann dies nicht funktionieren.“ <BR /><BR />„Hier muss die Politik dringend eingreifen“, sagt der Schuldner-Berater. „Natürlich können die Caritas oder auch andere private Organisationen eine gewisse Zeit einspringen.“ Aber auf die Dauer sei auch dies nicht möglich. „Zudem“, sagt Plaikner, sei dies kein Zustand, wenn in einem Land wie Südtirol immer mehr Leute ihre Stromrechnung und ihre Miete nicht mehr zahlen könnten.