Fritz ist gerne möglichst selbstständig und er liebt seine Fahrten mit dem Bus. Denn da ist immer was los. Auch sein Arbeitgeber, die Sozialgenossenschaft gwb, legt einen Schwerpunkt darauf, Tätigkeiten zu fördern, die zum normalen Alltag zählen – wie etwa das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln. „Den Weg von unserer Wohnung bis zur Bushaltestelle findet Fritz sehr gut alleine. Dann steigt er selbstständig in den Bus und in Bozen am Busbahnhof aus“, erzählt Mutter Karin. Von dort weiter in die Industriezone Bozen Süd zu fahren, wo seine Werkstatt seit rund einem Jahr angesiedelt ist, überfordert den blinden Mann jedoch. Weswegen die Familie für Fritz einen Behindertentransportdienst nutzt, der auf seiner Runde in Bozen mehrere Fahrgäste einsammelt und so Fritz vom Busbahnhof zur Arbeitsstelle bringt und umgekehrt. <h3> Haltezeit beträgt nur drei Minuten</h3>„Wenn das Auto ihn am Bussteig abholen könnte, wäre das ideal“, erklärt seine Mutter. Aber auch mit einem sicheren Platz in unmittelbarer Nähe, an dem der Transporter für die wenigen Minuten halten dürfte, wäre viel geholfen. „Drei Minuten braucht der Fahrer, um Fritz einzusammeln, nicht länger. Wir haben uns schon an die unterschiedlichsten Stellen gewandt – ohne Erfolg“, berichtet Mutter Karin: Es gibt zwar einen ausgewiesenen Behindertenparkplatz beim Busbahnhof – „aber der ist meistens besetzt“, weiß sie. Ansonsten sieht es auf der viel befahrenen Rittner Straße – auch mit Kurzparkmöglichkeiten schlecht aus. „Und dann soll Fritz ja auch pünktlich bei der Arbeit sein, ebenso wie die anderen Fahrgäste. Es muss also schnell gehen.“<h3> „Wenn man wollte, würde man schon einen Platz finden“</h3>Das heißt derzeit: Der Transportdienst muss „ad hoc“ reagieren und halten, wo es gerade geht. Für Fritz ein schier unlösbares Problem, denn er kann das Fahrzeug ja nicht sehen. Für den Fahrer heißt das: Er muss Fritz holen – und dazu das Fahrzeug verlassen. „Oftmals ist ein Kollege im Bus, der sehen kann, dann geht es. An den anderen Tagen wird es schwierig. Und das stresst Fritz. Der macht sich mittlerweile jeden Morgen Sorgen“, erzählt seine Mutter – und fügt enttäuscht hinzu: „Wenn man wollte, würde man am Busbahnhof schon einen Platz finden, an dem der kleine Transporter drei Minuten halten könnte.“ <BR /><BR />Lösen muss das beschriebene Problem u.a. die Stadtgemeinde Bozen. Johanna Ramoser als zuständige Stadträtin kennt die Sachlage. Derzeit wird mit den zuständigen Ämtern geprüft, wie eine Lösung aussehen könnte. Am Dienstagvormittag war Ramoser mit ihren Technikern für einen Lokalaugenschein vor Ort. Sie bestätigt, dass die beiden Behindertenparkplätze vor dem Landhaus 11 so gut wie immer belegt sind. Es besteht aber die Möglichkeit, dass der Wagen des Transportdienstes dort – sollten die Parkplätze besetzt sein – trotzdem anhält und kurz wartet. „Der Fahrer muss aber im Wagen bleiben“, erklärt Ramoser. Eine andere Möglichkeit sieht sie derzeit nicht. Für eine Zufahrt zum Busbahnhof ist die Südtiroler Transportstrukturen AG STA zuständig.