Mit dem jährlichen „Equal Pension Day“ am 30. Oktober sollen die Menschen – allen voran Frauen und junge Beitragzahler - auf ihre Pensions-Situation aufmerksamen gemacht werden (STOL hat berichtet). Südtirol Online: Beschäftigen sich die Leute im Heute zu wenig mit der Rente von Morgen?Judith Gögele, Abteilungsleiterin Kommunikation und Information Pensplan: Das nicht, aber wir denken uns, etwas wird schon gehen. Die wenigsten kennen sich mit der Materie aus. Wir haben alle etwas im Kopf, das dem alten Rentensystem entspricht, doch das entspricht nicht mehr der Wirklichkeit.STOL: Was ist der entscheidende Unterschied heute?Gögele: Es muss uns bewusst sein: Keine Beiträge bedeutet keine Rente. Früher hingegen war es so, dass für die Rentenberechnung zählte, was man zum Schluss verdient hat.STOL: Wer ganz konkret ist betroffen?Gögele: Alle, die bis zum 31.12.1995 mehr als 18 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, denen wird der Betrag zum Großteil nach dem alten, lohnbezogenen System ausbezahlt.Jene, die bis zu dem Stichtag weniger als 18 Jahre einbezahlt haben, werden nach einem gemischten System – sprich lohn- und beitragsbezogen – behandelt.Für alle jene, die nach 1.1 1996 begonnen haben zu arbeiten, für die gilt nur das beitragsbezogene System. Das heißt: es gilt für ca. alle, die nach 1978 geboren sind. Wer nicht einzahlt, bekommt nichts heraus, zumal die Mindestrente abgeschafft wurde.STOL: Was ist mit den Frauen, die weniger einzahlen – weil sie weniger verdienen, in Teilzeit arbeiten oder für Kind und Haushalt sorgen (Frauen erhalten auch dadurch weniger Rente als Männer - siehe Daten)?Gögele: Sie müssen sich dessen bewusst sein, dass bei geringer eingezahlten Beiträgen auch die Rente geringer ausfällt. Die Familie muss dem Rechnung tragen, der Mann für die Frau miteinbezahlen, solange bis die Politik nicht endlich reagiert. Hier muss sich gesellschaftspolitisch was tun. STOL: Bekommen wird überhaupt noch eine Rente?Gögele: Die Aussage, es gibt keine Rente mehr, stimmt einfach nicht. Wer immer arbeitet und einzahlt, bekommt auch etwas heraus. STOL: Was ist also zu tun?Gögele: Jeder soll seine persönliche Situation anschauen, sich beraten lassen. Denn die Lage ist für jeden einzelnen anders. Doch auch mit 20 Jahren schon musst du dir überlegen, wie funktioniert das mit der Pension (dies ist auch im Rahmen von Informationsabenden möglich - siehe Termine).STOL: Was sollten speziell junge Beitragszahler noch beachten?Gögele: Dort haben wird vielfach das Phänomen der a-typischen Arbeitsverhältnisse. Oft beginnt der Einstieg in die Arbeitswelt mit einem Projektauftrag und dergleichen. Damit werden Pensionsbeiträge gespart. Das sollen die Leute auch im Hinterkopf haben. Oder auch, wenn sie ein paar Euro "schwarz" für einen Job annehmen. Das Geld ist nicht versteuert und zählt somit auch nicht für die Pension.Interview: Petra Kerschbaumer