Montag, 19. November 2018

Keine Grenzen für Lawinenlagebericht

Weltweit einzigartig: Nicht wie bisher getrennt, sondern gemeinsam und grenzüberschreitend startet ab dem heutigen Montag der neue Lawinenwarnbericht „Albina“, der über die Lawinensituation in Südtirol, dem Bundesland Tirol und dem Trentino in 3 Sprachen informiert. Staatsgrenzen werden vollkommen ignoriert, Gefahreneinschätzungen nach meteorologischen und geografischen Regionen ermittelt.

Lawinen machen vor Grenzen nicht Halt. - Foto: Shutterstock
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Lawinen machen vor Grenzen nicht Halt. - Foto: Shutterstock

Die Idee für den grenzübergreifenden Lawinenbericht entstand schon vor einigen Jahren, erzählt Rudi Mair, Chef des Tiroler Lawinenwarndienstes und Koordinator des „Albina“ getauften Projektes. „Schnee und Lawinen scheren sich nicht um Grenzen. Rudi Mair wird am Montag gemeinsam mit den drei Landeshauptleuten Arno Kompatscher, Günther Platter und Maurizio Fugatti sowie den Verantwortlichen des Südtiroler und Trentiner Lawinenwarndienstes das Projekt „Albina“ vorstellen. Den Lawinenlagebericht gibt es dann unter avalanche.report.

Höchste Sicherheit garantieren

Passionierte Skitourengeher aus Südtirol, dem Bundesland Tirol und Trentino entdecken immer mehr Touren innerhalb der gesamten Euregio. Doch die Sportler hatten oft ein Problem: Ihnen fehlten die aktuellen Daten zu Wetter und Lawinensituation außerhalb ihres Landes oder es gab sprachliche Barrieren. Die Vorbereitung war oft mühsam. Dem wird nun mit „Albina“ Abhilfe geschaffen. Um höchste Sicherheit zu garantieren, starten die Warndienste der Länder ab Montag mit der regelmäßigen Veröffentlichung von Neuschneekarten für die gesamte Euregio. Darüber hinaus wird es Karten zu Schnee- und Neuschneehöhe, Lufttemperatur und Wind geben.

„Mit diesem innovativen Projekt entsteht erstmals weltweit ein grenzüberschreitender, täglicher Lawinenlagebericht“, freuen sich die drei Landeshauptleute. 

Deutlicher Mehrwert für die Bevölkerung

„Ein gemeinsamer Lawinenlagebericht stellt einen deutlichen Mehrwert für die Bevölkerung sowie für Gäste unserer Länder dar. Das Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich die Europaregion im Sinne der Menschen vernetzt“, betonen die Landeshauptleute. Die zentrale Homepage mit Kartendarstellungen und mehrsprachigen Texten ermöglicht eine einfache und verständliche Navigation zu den gesuchten Informationen. Die Daten werden frei zugänglich sein und unterstützen somit die Open Data Initiative der drei Länder.

Kosten

Die Kosten für das Projekt, größtenteils aus Interreg-Geldern finanziert, belaufen sich auf rund 915.000 Euro. Entwickelt wurden der neue Lawinenbericht und die technischen Mittel, mit denen er erstellt werden kann, von Christoph Mitterer und Norbert Lanzanasto.

STOL war bei der Vorstellung vor Ort.

stol

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