Dienstag, 22. März 2016

Keine Lieferung: Wie geht es ohne Rezeptblöcke weiter?

Rezeptblöcke braucht der Arzt - für die Verschreibung von Medikamenten, Visiten & Co. Doch was tun, wenn die Blöcke ausgehen und die Staatsdruckerei keine weiteren fristgerecht liefert? Auch im Südtiroler Sanitätsbetrieb wird man zunehmend nervös und bastelt an einer lokalen Übergangslösung.

Bald schon stehen die Ärzte ohne Rezeptblöcke da.
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Bald schon stehen die Ärzte ohne Rezeptblöcke da.

Die anhaltenden technischen Probleme der Staatsdruckerei in Foggia und die Verzögerungen bei der Lieferung der roten Rezeptblöcke für die Verschreibung von Medikamenten und medizinischen Leistungen führen dazu, dass wie überall in den italienischen Regionen auch die Vorräte des Südtiroler Sanitätsbetriebes langsam ausgehen (STOL hat berichtet).

Staatsdruckerei kann nicht liefern

Im September 2015 sind für das Jahr 2016 rund 80.000 Rezeptblöcke zu je hundert Rezepten für Südtirol bei der Staatsdruckerei bestellt worden. Ende Februar sollte ein Viertel davon geliefert werden, doch dies blieb bislang aus. Und es besteht die Gefahr, dass die roten Blöcke des gesamtstaatlichen Gesundheitsdienstes nicht rechtzeitig eintreffen.

Südtirol sucht nach einer Übergangslösung

"Die Situation ist nicht weiter verantwortbar: Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen trotz dieser organisatorischen und technischen Probleme der Staatsdruckerei die Sicherheit haben, dass ihr Arzt ihnen Medikamente, Visiten und Leistungen verschreiben kann", unterstreicht die zuständige Gesundheitslandesrätin Martha Stocker. 

Aus diesem Grund hat die Südtiroler Landesregierung den Sanitätsbetrieb damit beauftragt, eine interne Übergangslösung für den drohenden Engpass zu finden. Die technischen Details dazu und der Stand der Dinge bei der Umsetzung der digitalen Verschreibung werden bei einer Pressekonferenz am Mittwoch vorgestellt.

Noch vorhandene Blöcke werden an Basisärzte vergeben

Bereits jetzt werden als erste getroffene Maßnahme Leistungen und Medikamente innerhalb der Krankenhäuser papierlos verschrieben, um die vorhandenen Rezeptblöcke vorrangig den niedergelassenen Ärzten zur Verfügung zu stellen.

Warum die Rezeptblöcke nicht einfach lokal gedruckt und verteilt werden können, erklärt Szocker: "Rezeptblöcke sind wie Wertpapiere, die vor der Auslieferung dem Wirtschafts- und Finanzministerium zur Kontrolle unterbreitet und dann nach Südtirol weitergeleitet werden."

Und das könnte sich - wie gesagt - noch in die Länge ziehen. Besser wäre also, so schnell wie möglich auf das digitale Rezept umzustellen. 

Umstellung auf digitales Rezept hat Dringlichkeit

Daher werden der Südtiroler Sanitätsbetrieb, die Landesabteilung Gesundheit und die Südtirol Informatik AG (SIAG) mit einem Beschluss der Landesregierung aufgefordert, die Umstellung auf das digitale Rezept auf dem Dringlichkeitswege voranzutreiben.

stol/lpa/ker

stol