„Keine Männer in Unterhemden“ steht auf einer Tafel vor der Pizzeria „Al Saporoso“ in der Provinz Treviso - ein Satz, der in sozialen Netzwerken tausendfach geteilt wurde.<BR /><BR />Während hohe Temperaturen viele Menschen dazu bringen, zu möglichst leichter Kleidung zu greifen, setzt Restaurantbesitzer Stefano Durante auf einen bestimmten Dresscode für seine Gäste. Das Verbot sei nicht aus Prinzip entstanden, sondern nach einem konkreten Vorfall, erklärt Duante, der seit 25 Jahren die beliebte Pizzeria betreibt. <BR /><BR />„Vor wenigen Tagen sind zwei italienische Touristen in Unterhemden in mein Lokal gekommen und haben an einem Tisch Platz genommen, während sich in dem Lokal an dem überwiegend Frauen saßen. Die Kleidung fand ich nicht angemessen. Ich fühlte mich verpflichtet einzugreifen und bat die beiden Gäste, in einen separaten Raum im Inneren des Lokals umzuziehen“, sagt Durante.<h3> Geht um Respekt gegenüber anderen Gästen</h3>Einer der beiden Gäste habe ihn darauf hingewiesen, dass es bislang kein Schild am Eingang gegeben habe, das Unterhemden verbiete. „Er hatte recht“, räumt der Pizzeria-Besitzer ein. Daraufhin habe er eine Tafel aus dem Lager geholt und den Hinweis vor dem Restaurant angebracht - um ähnliche Situationen künftig zu vermeiden.<BR /><BR />Für Durante geht es dabei um Respekt gegenüber anderen Gästen. „Mein Lokal ist ein eleganter Ort, an dem Menschen zu Abend essen, deshalb gehört eine angemessene Kleidung dazu. Mit Unterhemd und Badeschlappen geht man heute nicht einmal mehr an einen Strandkiosk - erst recht nicht in ein Restaurant in der Stadt, wo man dicht neben anderen Gästen sitzt. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist das Mindeste, was man in einem öffentlichen Lokal erwarten kann. Das ist keine moralische Frage, sondern eine des guten Geschmacks“, sagt Durante. <BR /><BR />Nach dem Gespräch habe er mit den beiden Gästen sogar noch ein Digestif angeboten. „Sie haben meinen Standpunkt verstanden und wir haben uns in Freundschaft verabschiedet“, erzählt Durante.<h3> Breite Diskussion über Kleiderordnung in Italien</h3>Seine Initiative reiht sich in eine breitere Diskussion über angemessene Kleidung im italienischen Sommer ein. In mehreren beliebten Badeorten gelten bereits Vorschriften gegen zu viel Freizügigkeit im öffentlichen Raum. Seit dem 29. Juni 2026 ist es in Varenna am Comer See verboten, mit freiem Oberkörper oder in Badekleidung durch den Ort zu spazieren - Outfits, die eigentlich den Stränden oder Bootsfahrten vorbehalten sind. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro. <BR /><BR />Bereits im Sommer 2022 verhängte die Küstenstadt Sorrent an der Bucht von Neapel, Geldstrafen für das oberkörperfreie Herumlaufen in Badekleidung. Der damalige Bürgermeister bezeichnete dieses Verhalten als „weitverbreitet und ungebührlich“ - es schade dem Image der Stadt.