Dienstag, 09. August 2016

"Keine Reservierung" an Italiens Stränden

Mit der sogenannten Aktion "mare sicuro" greift die italienische Polizei gegen die "ganz Schlauen" der Sonnenanbeter durch, die schon am Vortag Liegestühle am Strand besetzen.

So sieht es an Italiens Stränden aus: Man sieht das Meer vor Schirmen nicht.
So sieht es an Italiens Stränden aus: Man sieht das Meer vor Schirmen nicht. - Foto: © shutterstock

Die italienische Polizei hat den unlauteren Reservierungen am Strand mit verstärkten Kontrollen den Krieg erklärt: Wer mit seinem Liegestuhl oder Sonnenschirm bereits am Vortag - in manchen Fällen sogar mehrere Tage vorher - einen Platz am Strand reservieren will, begeht nämlich eine Straftat.

"Es geht immer gleich weiter, selbst auf öffentlichen Stränden", erklären die toskanischen Hafenbehörden gegenüber dem "Corriere della Sera", obwohl das in den meisten Regionen nicht erlaubt sei. Besonders werde es zum Problem, wenn die illegalen Reservierungen einen Großteil des Strandes einnehmen.

37 Liegestühle und 30 Sonnenschirme

Am vergangenen Samstag hat die Küstenwache von Livorno 37 Liegestühle, 30 Sonnenschirme sowie mehrere Ladungen Handtücher und Badeanzüge beschlagnahmt. Diese waren in einem Bereich von über 100 Metern am Strand verstreut. "Jedes Objekt, das den Strand besetzt, ist eigentlich eine Gesetzesübertretung", so der Kommandant der Küstenwache Livorno.

"Mangelnder Respekt"

"Wir sind eingeschritten, um diese Vergehen zu unterbinden: Sie zeugen von Unhöflichkeit und mangelndem Respekt der Reisenden. Sie halten sich nicht an die Regeln", beschwert sich die Hafenbehörde von Livorno.

Diese Art der Reservierung existiert in Italien seit den 50er Jahren und ist ein Produkt des Massentourismus. Die Verantwortlichen sind laut Hafenbehörde unbekannt und werden dies voraussichtlich auch bleiben.

200 Euro Strafe pro Objekt

Wer sich bei der Polizei meldet, um seinen beschlagnahmten Bikini zurückzubekommen, den erwartet eine Strafe von 200 Euro. Es sei nämlich nicht nur eine Frage der Höflichkeit: Eine Verfügung der Gemeinde Cecina untersagt es, Strandausrüstung vor 8.30 Uhr am Strand liegen zu lassen.

Ebenso verstößt es gegen Artikel 1162, Absatz 2 der italienischen Seefahrtsordnung: Das Behindern von Stränden ist eine Straftat. Ähnliche Verordnungen gibt es in beinahe allen Küstengemeinden. Ähnliche Kampagnen gab es auch in Cosenza, Ascea, Catellabate und Castiadas. "Die Aktion 'Mare Sicuro' will die Rechte der Allgemeinheit schützen", unterstreicht die Küstenwache.

stol/wh

stol