Hier seine Stellungnahme im Wortlaut.<BR /><BR />„Die Gründe für die Schließung des Club Max sind für uns bis heute nur schwer nachvollziehbar. Wir sind uns keiner Pflichtverletzung bewusst und haben stets versucht, eng und konstruktiv mit den zuständigen Behörden – insbesondere in Brixen – zusammenzuarbeiten. Ebenso war es uns immer ein zentrales Anliegen, im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv zur Sicherheit beizutragen.<BR /><BR />Laut Schließungsbescheid stützt sich die Maßnahme auf mehrere Vorfälle, die sich in den vergangenen zwei Jahren im Umfeld unseres Lokals ereignet haben. Dazu möchten wir klar festhalten: Jede Form von Gewalt ist eine zu viel, und wir bedauern jeden einzelnen dieser Vorfälle zutiefst. Gleichzeitig müssen wir darauf hinweisen, dass Ereignisse, die sich außerhalb unseres Lokals auf öffentlichem Grund abspielen, weitgehend außerhalb unseres unmittelbaren Einfluss- und Verantwortungsbereichs liegen. Weder verfügen wir dort über ordnungspolitische Zuständigkeiten noch über die rechtlichen Möglichkeiten, entsprechend einzugreifen.<BR /><BR />Hinzu kommt, dass es sich bei den an den Unruhen beteiligten Personen größtenteils um Menschen handelte, denen der Zutritt zu unserem Lokal aus Sicherheitsgründen bereits zuvor verweigert worden war. Vor diesem Hintergrund stellt sich für uns die grundsätzliche Frage, in welchem Ausmaß einzelne Betriebe für Entwicklungen verantwortlich gemacht werden können, die sich im öffentlichen Raum ereignen und meist außerhalb ihres direkten Einflussbereichs liegen.<BR /><BR />Gleichzeitig beobachten wir, dass die Schließung von Nachtlokalen in Südtirol längst kein Einzelfall mehr ist. Im Gegenteil: Die Zahl solcher Maßnahmen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dies wirft die Frage auf, ob derartige Schließungen tatsächlich eine nachhaltige Wirkung entfalten. Zwar kann die Schließung eines Lokals vorübergehend einen sichtbaren Treffpunkt beseitigen, die zugrunde liegenden Probleme werden dadurch jedoch nicht gelöst. Vielmehr besteht die Gefahr, dass sie sich lediglich an andere Orte verlagern.<BR /><BR />Wer die aktuelle Berichterstattung verfolgt, wird feststellen, dass Gewaltdelikte und Konfliktsituationen längst nicht mehr ausschließlich im Umfeld von Diskotheken oder Nachtlokalen auftreten. Sie ereignen sich zunehmend auch an Bahnhöfen, in Innenstädten, Parks und anderen öffentlichen Räumen – und das zu unterschiedlichsten Tages- und Nachtzeiten.<BR /><BR />Daher stellt sich für uns die Frage, ob es sich tatsächlich um ein spezifisches Problem der Nachtgastronomie handelt oder vielmehr um eine gesellschaftliche Entwicklung, die weit über unsere Branche hinausreicht. Aus unserer Sicht ist es wichtig, nicht nur die Orte zu betrachten, an denen solche Vorfälle sichtbar werden und an denen mit vergleichsweise geringem gesellschaftlichem Widerstand Maßnahmen gesetzt werden können, sondern vor allem die Ursachen dieser Entwicklungen in den Mittelpunkt zu rücken.<BR /><BR />Das Max besteht seit 1995 und war – abgesehen von pandemiebedingten Unterbrechungen und kurzen Umbauphasen – über Jahrzehnte hinweg durchgehend geöffnet. Der Club hat Generationen von Menschen einen Ort zum Feiern, Tanzen und Begegnen geboten. Gleichzeitig ist er ein wirtschaftlicher Faktor, der Arbeitsplätze schafft und Nebeneinkommen in der Region ermöglicht.<BR /><BR />Nachtlokale sind Orte mit klaren Regeln, geschultem Personal, Sicherheitskonzepten und behördlichen Auflagen. Wenn solche kontrollierten und verantwortungsvoll geführten Räume zunehmend verschwinden, stellt sich die Frage, wohin sich das Nachtleben verlagert und unter welchen Bedingungen es künftig stattfindet.<BR /><BR />Dabei darf aus unserer Sicht nicht außer Acht gelassen werden, dass feste Betriebe in besonderem Maße reguliert, kontrolliert und überwacht werden. Sie verfügen über klar definierte Verantwortlichkeiten, feste Ansprechpartner und unterliegen laufenden behördlichen Auflagen. Kommt es zu Verstößen oder Problemen, können konkrete Maßnahmen gesetzt werden – bis hin zur vorübergehenden Schließung oder zum Entzug von Genehmigungen.<BR /><BR />Demgegenüber stehen temporäre Veranstaltungen, Feste oder Pop-up-Events, die aufgrund wechselnder Standorte, unterschiedlicher Veranstalter und ihrer zeitlichen Begrenzung oftmals deutlich schwieriger zu kontrollieren und langfristig zu begleiten sind. Dies führt zumindest aus Sicht vieler Betroffener zu dem Eindruck, dass dauerhaft bestehende Betriebe strengeren Konsequenzen ausgesetzt sind als andere Formen des Nachtlebens.<BR /><BR />Gerade deshalb erscheint es uns wichtig, die Diskussion nicht ausschließlich auf bestehende Lokale zu konzentrieren, sondern das Nachtleben in seiner Gesamtheit zu betrachten und gleiche Maßstäbe für alle Veranstaltungsformen anzulegen.<BR /><BR />Uns ist bewusst, dass Sicherheit ein hohes und unverzichtbares Gut ist. Dieses Anliegen teilen wir uneingeschränkt. Gleichzeitig wünschen wir uns eine differenzierte Betrachtung, in der verantwortungsvoll geführte Betriebe nicht ausschließlich als Teil des Problems, sondern auch als Teil möglicher Lösungen gesehen werden.<BR /><BR />Unser Ziel ist nicht, Vorwürfe zu erheben. Vielmehr möchten wir eine sachliche Diskussion anstoßen: Wie kann ein sicheres, verantwortungsvolles und zugleich lebendiges Nachtleben in Südtirol auch künftig bestehen? Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Betriebe, Behörden und Gesellschaft gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können?<BR /><BR />Besonders bedauern wir die Situation der Schülerinnen und Schüler, die ihren Schulabschluss in diesem Jahr anders feiern müssen als geplant. Es war uns ein großes Anliegen, ihnen einen unvergesslichen Abend zu ermöglichen. Dass dies nun nicht möglich ist, tut uns aufrichtig leid.<BR /><BR />Wir hoffen, dass die aktuelle Situation Anlass für einen konstruktiven Dialog bietet – über Sicherheit, Jugendkultur, Nachtleben und das gesellschaftliche Zusammenleben insgesamt. Denn letztlich geht es nicht nur um ein einzelnes Lokal, sondern auch um die Frage, welche Räume wir jungen Menschen bieten wollen und wie wir als Gesellschaft mit Herausforderungen umgehen, die weit über den Einfluss eines einzelnen Betriebs hinausgehen.“<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/schools-out-party-in-brixen-darf-in-der-disco-max-gefeiert-werden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet</a> wurde über die Disco Max eine 15-tägige Sperre verhängt. Felix Taschler legte Rekurs gegen die Schließung ein – ohne Erfolg.