Samstag, 12. November 2016

KFS-Familienkongress: Gefühle sehen, Menschen verstehen

„Gefühle sehen. Menschen verstehen.“ Gerade im hektischen Familienalltag ist es nicht leicht nach diesem Motto zu leben und ein gemeinsames Miteinander zu schaffen. Wie es trotzdem gelingen kann, erfuhren Eltern, Lehrpersonen, Erziehende und alle Interessierten beim nunmehr 8. KFS-Familienkongress am Samstag im Haus der Familie in Lichtenstern.

Mit Referentin Marion Peer konnten die Kongressteilnehmer die Übungen auch gleich ausprobieren. - Foto: KFS
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Mit Referentin Marion Peer konnten die Kongressteilnehmer die Übungen auch gleich ausprobieren. - Foto: KFS

Dazu hat der Katholische Familienverband Südtirol (KFS) mit Anton A Bucher, Alexandra Schreiner-Hirsch und Marion Peer wieder namhafte Referenten nach Südtirol gebracht.

Kinder brauchen Menschen, die an sie glauben

„Damit Kinder den Weg in ein glückliches und selbstständiges Leben finden, brauchen sie Menschen, die an sie glauben. Sie brauchen authentisches Lob“, betonte der Glücksforscher Anton A. Bucher. In seinem Plenumsvortrag „Das hast Du toll gemacht!“, sprach der Schweizer Theologe und Professor für Religionspädagogik an der Universität Salzburg über die Heilkraft der Wertschätzung.

„Alle Menschen hören gerne anerkennende Worte – auch und gerade Kinder“, weiß Bucher. Während vor wenigen Jahrzehnten Erziehungsratgeber empfahlen, Kinder nicht zu sehr zu loben, weil es sie arrogant mache, belege nun die jüngere Positive Psychologie, wie sehr Wertschätzung Kinder tief beglücken und enorm motivieren könne. Allerdings gelinge dies nur, wenn Lob authentisch sei, denn kaum etwas verletze tiefer, als für etwas gelobt zu werden, was nicht selbst geleistet wurde.

Beziehungen pflegen, Anerkennung schenken

„Was Kinder wirklich brauchen – Beziehung pflegen und Anerkennung schenken“: darüber sprach die Erzieherin und Sozialpädagogin Alexandra Schreiner-Hirsch. „Werden die Anstrengungen von Kindern gewürdigt und ihre Gefühle ernst genommen, so sind das die besten Voraussetzungen, um ein gesundes Selbstvertrauen und eine gute Einschätzung der eigenen Fähigkeiten zu entwickeln“, betonte Schreiner-Hirsch.

Sie ging vor allem auf das beschreibende Lob ein. Dieses sei besonders wichtig für die Beziehungspflege und um Kindern zu helfen, ein realistisches Selbstbild zu entwickeln. Außerdem bestehe dadurch weniger Gefahr, dass Kinder unter Druck gesetzt, zu viel oder wegen jeder Kleinigkeit gelobt werden. Außerdem sei es wichtig für Eltern, den Kompass für ihr Familienschiff auf Kurs zu halten: „Keiner kann immer pädagogisch wertvoll reagieren. Umso notwendiger ist es, öfter innezuhalten und sich wieder darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist.“

Bewegung ist wichtig

Warum ist Bewegung lebenswichtig und was spielt sich im Kopf ab? Warum haben Emotionen einen so starken Einfluss auf unseren Körper und wie hängt das alles zusammen? Diese Fragen beantwortete die diplomierte Kinesiologin Marion Peer in ihrer Einheit „Colour your life – Brain dance“ …das Gehirn „spazieren führen“. „Gerade bei Konzentrations- oder Lernschwierigkeiten ist es wichtig auf die Vernetzung des Gehirns und der Gehirnhälften zu achten“, erklärte Peer.

Nach einer kurzen Einführung startete Peer mit den Teilnehmenden hinaus in die Natur und brachte mit vielen praktischen Übungen Bewegung in die Gruppe. Neben den Vorträgen blieb genügend Zeit für den Austausch der Teilnehmenden untereinander. Abschließend standen die ReferentInnen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

stol

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