<b>Herr Matscher, Sie bringen der SVP-Fraktion künstliche Intelligenz im Politikbetrieb näher. Werden Algorithmen zu besseren Politikern?</b><BR />Aaron Matscher: Nein, es ist gut und wichtig, dass in der Politik die letzte Entscheidung beim Menschen liegt. Allerdings kann die künstliche Intelligenz hilfreich sein, schneller und effizient zu Informationen zu kommen.<BR /><BR /><b>Viele nutzen ChatGPT – auch im politischen Umfeld?</b><BR />Matscher: Ich arbeite lieber mit Perplexity. Es funktioniert ähnlich wie Google, hat aber eine KI-Integration und im Gegensatz zu ChatGPT weniger Bias, d.h. weniger Interessenskonflikt im Hintergrund. Perplexity sucht sich die Quellen neutraler aus als ChatGPT. Im Ergebnis von Recherchen kommt es also zu weniger Verzerrungen.<BR /><BR /><b>Manche Politiker im Landtag sind rhetorische Talente, andere kriegen es selbst im Dialekt nicht hin. Wird die KI der neue Redenschreiber?</b><BR />Matscher: Mit dem Tool Notebook LM kann man KI so prompten, sprich mit Handlungsanleitungen versehen, dass nicht nur eine 08/15-Rede generiert wird, sondern Texte entstehen, welche Persönlichkeit widerspiegeln. Zum Schluss braucht es aber immer den Menschen, der mit Herz und Hausverstand noch einmal als letzte Instanz drübergeht. Notebook LM kann aber auch bis zu 50 verschiedene Quellen wie Word- oder Audiodateien, Webseiten hochladen und daraus Zusammenfassungen, Präsentationen, Videos oder ein Quiz erstellen. Damit kann man sich besser auf Gesetzesentwürfe vorbereiten, Inhalte mit Problemlösungen aus anderen Ländern vergleichen und ist gewappnet für mögliche Fragen bei öffentlichen Debatten. Es tun sich neue Ansichten auf und man kann besser entscheiden, was gut für die Gesellschaft ist.<BR /><BR /><b>Darüber, was gut ist, gehen Meinungen in der Politik weit auseinander. Entscheidet bald der Algorithmus für uns?</b><BR />Matscher: Es stimmt, dass das, was gut für die Gesellschaft ist, oft Ansichtssache ist. Mein Ansatz ist, die Technologie als Werkzeug zu nutzen, damit der Mensch eine bessere Datenlage und mehr Zeit für wirklich tiefgreifendes Denken darüber hat, welche Entscheidungen die Gesellschaft weiterbringen. Früher schrieben Programmierer ihre Codes selbst. Sie mussten sich um das Problem, die Strategie dazu und die Umsetzung kümmern. Heute haben sie mehr Zeit, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen und so wird es in der Politik auch kommen. <BR /><BR /><b>Ist eine Welt ohne KI überhaupt noch vorstellbar?</b><BR />Matscher: KI ist ein universelles Werkzeug für jede Branche, ersetzt aber keine Entscheidungen. Wer KI nutzt, ist immer effizienter als ohne.