Gesundheitslandesrat Hubert Messner erörtert dagegen das KI-Konzept des Südtiroler Sanitätsbetriebes.<BR /><BR /><BR />Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Diese Erkenntnis ist zwar nicht brandneu, doch mit der rasanten Entwicklung von KI-getriebenen Systemen erfährt sie eine unheimliche Dynamik. Von einem neuen Zeitalter ist gemeinhin die Rede, gekoppelt daran sind neue Verheißungen und große Sorgen. <BR /><BR />Umso wichtiger ist es, den Rahmen des öffentlichen Diskurses zu weiten. Zu diesem Zweck fand am Dienstagnachmittag eine Podiumsdiskussion im NOI Techpark mit den beiden Spezialistinnen Deborah Mascalzoni und Sally Wyatt statt. In ihren kurzen Referaten beleuchteten sie die Einsatzfelder von KI in der Medizin und damit verbundene Problematiken.<BR />Moderne KI-Systeme vermögen, Diagnose, Therapie und Verwaltung zu optimieren, die Bandbreite reicht von der Analyse radiologischer Befunde über die Entwicklung von Medikamenten bis hin zur personalisierten Medizin (Genomik). Sogenannte Wearables messen Vitaldaten in Echtzeit und werden heute millionenfach zur Überwachung getragen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1296249_image" /></div> <BR />„Wir dürfen aber nie vergessen, dass die Menschen weit mehr sind als die Summe ihrer Daten“, mahnte Wyatt. Deshalb seien Daten eine Hilfestellung für die Diagnose, aber ihre Interpretation müsse immer noch den Medizinern überlassen werden. Im Zuge der Debatte wurden mögliche Folgewirkungen der KI-Entwicklung aufgezeigt. Inwieweit wird dadurch das Vertrauen zu den Ärzten und zum Gesundheitswesen untergraben? Werden Ärzte in ihrer bürokratischen Arbeit entlastet und haben somit mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit und den Patienten? Nur zwei von vielen offenen Punkten. Noch stehe man ganz am Anfang dieses Wandels, noch habe es die Menschheit in der Hand, dieser Entwicklung eine Richtung zu geben, befanden die beiden Expertinnen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1296252_image" /></div> <BR />Was tut sich in Sachen KI im Südtiroler Sanitätsbetrieb? Ist man darauf vorbereitet? Welche neuen Felder tun sich hierbei auf? Auf diese Fragen geht Gesundheitslandesrat Hubert Messner in einer Nachfrage ein. <BR /> Die Künstliche Intelligenz werde die Medizin in den kommenden Jahren grundlegend verändern, allerdings nicht als Ersatz für die Ärzteschaft oder das medizinische Personal. „In unseren Augen handelt es sich um ein Werkzeug, das helfen kann, effizienter zu arbeiten, Entscheidungsprozesse besser zu unterstützen und die Qualität der Versorgung weiter zu erhöhen“, betont Messner. Deshalb habe man im Sanitätsbetrieb auf Ebene der Betriebsdirektion eine eigene Kompetenzstelle für KI eingerichtet. Diese soll mögliche Einsatzbereiche prüfen und die aktuellen Entwicklungen genau im Auge behalten.<BR /><BR /><b>„Es braucht klare Verantwortlichkeiten, transparente Regeln und vor allem das Vertrauen der Bevölkerung.“</b><BR /><BR />Derzeit sehe man grundsätzlich drei große Anwendungsfelder: die Verwaltung, den klinischen Bereich und die Prävention. Gerade in der Verwaltung könne die KI bei der Vereinfachung von Abläufen sowie administrativen Prozessen helfen. Das Ziel müsse sein, die Mitarbeitenden zu entlasten und den Bürgern einen „effizienteren Service“ zu bieten. Im klinischen Bereich sind die neuen Möglichkeiten offensichtlich, etwa bei der Auswertung bildgebender Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT-Scans sowie in der automatisierten klinischen Dokumentation. <BR />Allemal stehe der Einsatz von KI in der Medizin noch ganz am Anfang. Umso mehr gelte es die dringlichsten Fragen zu klären – es brauche „klare Verantwortlichkeiten, transparente Regeln und vor allem das Vertrauen der Bevölkerung“.<BR /><BR /><b>Repräsentative Befragung wird demnächst vorgestellt</b><BR /><BR />Im Rahmen des Landesstatistikprogramms 2024 bis 2026 haben das ASTAT und das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health der Claudiana im Rahmen des Landesstatistikprogramms 2024–2026 erstmals eine repräsentative Befragung zur Künstlichen Intelligenz im Gesundheitswesen durchgeführt. Die Ergebnisse liefern eine wichtige empirische Grundlage dafür, unter welchen Bedingungen die Bürgerinnen und Bürger die Digitalisierung im Gesundheitsbereich mittragen.<BR />Die detaillierten Ergebnisse werden Ende April vorgestellt.