„Es ist abzusehen, dass früher oder später etwas passiert. Aber dann zu sagen, wir hatten Recht, hilft uns nichts“, sagt ein erzürnter Vater. <BR /><BR />Außergewöhnlicher Protest am vergangenen Freitag von 8-jährigen Grundschülern und deren Eltern an der Grundschule Erckert in Untermais. Von 19 Schülern einer 3. Klasse sind 16 zu Hause geblieben. Grund dafür sei ein Problemkind, das mit dem neuen Schuljahr in die Klasse gekommen ist und von Kindern und Eltern als „extrem aggressiv“ beschrieben wird. <BR /><BR />„Meiner Tochter hat dieses Kind so ins Gesicht geschlagen, dass wir in die Notaufnahme mussten. Das ist alles aktenkundig und eine Anzeige behalten wir uns vor“, sagt Stefanie Lechner, Mutter des Mädchens.<h3> „Opfer regelrecht ausgesucht“</h3> Aber das sei nur eine Episode. „Das Kind hat sich regelrecht Opfer ausgesucht. Mit Schere und Stiften werden Stichversuche gemacht, in unbeobachteten Augenblicken macht es seinen Opfern Zeichen, dass es ihnen die Kehle durchschneidet. Es hat eine Schere aus dem 3. Stock der Schule geworfen, wobei glücklicherweise niemand getroffen wurde. Es nimmt Gegenstände der anderen Schüler und spült sie im Klo hinunter, Kinder werden bedroht“, sagt Gerd Frick, Vater eines Schülers. Mädchen trauten sich nicht mehr aufs Klo.<BR /><BR />Am 18. September habe man bei einer Elternversammlung Direktorin Michaela Dorfmann über die Situation informiert. „Wir haben bereits ein Down-Kind in der Klasse und das funktioniert gut. Wahrscheinlich war die Überlegung, dieses Kind in die Klasse unserer Kinder zu tun, weil da eh schon mehr Lehrer präsent sind. Aber dieses Kind ist gewaltbereit und die Direktorin hat uns mitgeteilt, dass das Kind bereits in Bozen auffällig gewesen sei“, sagt Frick.<h3> Warum ist kein Ausschluss möglich?</h3>Und genau bei dieser Elternversammlung hätten die Eltern einen Ausschluss dieses Kindes gefordert. „Aber die Direktorin sagte uns, dass ihr bezüglich eines Ausschlusses die Hände gebunden seien. Dabei ist der Ausschluss eines Kindes per Beschluss der Landesregierung genau geregelt. Und darin heißt es: Bei Gewalt und Bedrohung ist ein Ausschluss möglich“, führt Frick aus. All dies sei nicht vertrauensbildend.<BR /><BR />Fakt sei, so die beiden Elternteile, dass die Kinder größtenteils nicht mehr in die Schule wollen. „Sie haben aus Angst Probleme beim Einschlafen. Wir müssen sie motivieren, in die Schule zu gehen. Es ist abzusehen, dass früher oder später etwas passiert. Aber dann zu sagen, wir hatten Recht, hilft uns nichts“, sagt Frick. „Das Kind ist extrem aggressiv und schüchtert die Kinder ein und Besserung ist trotz verschiedener Maßnahmen nicht in Sicht. Es kann auch nicht sein, dass von Schulseite das Problem so abgeschwächt wird, obwohl das Kind immer wieder heimgeschickt wurde, weil es einfach nicht mehr ging, aber Disziplinarmaßnahmen wurden keine gesetzt. Wir fürchten um die körperliche Unversehrtheit unserer Kinder. Sie haben das Recht auf Ruhe und Sicherheit im Unterricht. Wir fühlen uns nicht ernst genommen und unsere Kinder sind jetzt schon auf den Felgen – aber auch diesem Kind, das abnormales Verhalten an den Tag legt, muss geholfen werden“, sagt Lechner.<BR /><BR />Heute ist ein Treffen mit Schullandesrat Achammer geplant. „Wir hoffen, dass dann Schritte gesetzt werden“, sagt Lechner.