Die beiden Verantwortlichen verraten die Gründe für diesen Rückgang. <BR /><BR />Nur 219 Kinder und Jugendliche der deutschsprachigen Schule in Südtirol wurden heuer als „Elternschüler“ für das Schuljahr 2022/23 angemeldet: Das sind um 63 Prozent weniger als vor einem Jahr. Mit ein Grund für diesen Rückgang dürfte die angekündigte Aufhebung der Maskenpflicht sein. Zudem haben nun auch viele Eltern erkannt, „was Elternunterricht tatsächlich bedeutet“, meint Bildungslandesrat Philipp Achammer. Er habe entsprechende Rückmeldungen erhalten.<h3> Heuer weniger als halb so viele „Elternschüler“ als im Vorjahr</h3> Bis 31. Juli konnten Eltern ihre Schüler als „Elternschüler“ anmelden: Diese Schüler werden dann für ein Schuljahr außerhalb der Schule unterrichtet – über Elterninitiativen, Vereinigungen oder über andere private Anbieter. Nur in wenigen Fällen unterrichteten die eigenen Eltern diese Kinder selbst. Eltern, die sich bis 31. Juli für diese Form der „privaten Unterrichtskarriere“ ihrer Kinder entschieden haben, können für das kommende Schuljahr in der Regel keinen Rückzieher machen – nur in ganz besonderen Fällen werden Ausnahmen gewährt – etwa, wenn sich das Familienleben völlig verändert und zum Beispiel ein Elternteil stirbt, erklärt Schulinspektor Christian Alber. <BR /><BR />Viele Eltern nutzten die Möglichkeit des „Elternunterrichts“ im vergangenen Schuljahr, weil sie die Maskenpflicht, die Abstandsregeln, den Corona-Impfdruck oder auch die Corona-Testungen ablehnten. 591 Schüler wurden für das Schuljahr 2021/2022 für diese Unterrichtsform angemeldet – heuer waren es weniger als die Hälfte. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="798674_image" /></div> <BR />Wie berichtet, schaffte die große Mehrheit der Ober- und Berufsschüler heuer am Ende die Eignungsprüfung für den Übertritt in die nächste Klasse <Kursiv><i>nicht</i></Kursiv>. Die allermeisten Grund- und Mittelschüler hingegen schlossen das vergangene Schuljahr im Elternunterricht erfolgreich ab. Landesrat Achammer glaubt, dass auch wegen dieser teils sehr negativen Ergebnisse bei den Eignungsprüfungen manche Eltern nun eine Kehrtwende eingelegt haben. „Viele Eltern, die ihre Kinder im Schuljahr 2021/2022 vom Unterricht in der Schule abgemeldet haben, wussten gar nicht, dass diese am Ende dann eine Eignungsprüfung ablegen müssen“, berichtet der Landesrat.<BR />Achammer zeigt sich erfreut darüber „im Interesse der Kinder und Jugendlichen, dass die Zahl der Anmeldungen wieder abnimmt“. Denn: „Kinder haben auch das Recht auf eine gute Sozialisierung in der Klasse. Ich habe viele Rückmeldungen von Schülern erhalten, die gemeint haben: Im Grunde möchte ich die Klasse gar nicht verlassen, sondern mit den Kollegen meines Jahrgangs weitermachen.“<h3> „Sorgen der Eltern ernst nehmen“ </h3> Erfreut darüber, dass diese Schüler wieder das öffentliche Schul-Angebot verstärkt in Anspruch nehmen, zeigt sich auch Schulinspektor Christian Alber. Wie eine Umfrage unter den Eltern gezeigt habe, seien manche Schüler auch deshalb aus dem Schulunterricht genommen worden, weil sie Vorbehalte gegenüber dem öffentlichen Bildungssystem insgesamt haben: Dieses System erzeuge unabhängig von Corona zu viel Druck, die Freiheit der Kinder und Jugendlichen werde zu sehr eingeschränkt. Und dieser Druck werde mit zunehmender Schulstufe immer größer. <BR />Die Kinder sollten ohne Druck lernen können. Manche Eltern wünschen sich eine andere, alternativere Schule, bei der die Freude am Lernen erhalten bleibt, berichtet Alber. Diese Sorgen müsse man ernst nehmen. Auch Achammer zeigt Verständnis und betont, „dass wir den unterschiedlichen Bildungswegen der Schüler noch viel mehr gerecht werden müssen. Unsere Aufgabe als öffentliches Bildungssystem ist es, diese unterschiedlichen Bildungswege möglichst zu fördern. Dazu gibt es viele Ansätze. Da kann auch noch eine weitere Öffnung stattfinden“, so Achammer.<BR /><BR /><BR /><BR />