Donnerstag, 12. Mai 2022

Kinder- und Jugendanwaltschaft: Mehr als 1600 Akten bearbeitet

Wie gesetzlich vorgesehen, hat Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller am Freitag einen Bericht über die zahlreichen Tätigkeiten ihres Büros im Jahr 2021 dem Landtag vorgestellt. „Die Anzahl der behandelten Fälle steigt stetig und damit steigen auch die Herausforderungen, denen wir uns tagtäglich stellen“, betonte sie.

Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller - Foto: © manuelatessaro.it

Im vergangenen Jahr hat die Kinder- und Jugendanwaltschaft insgesamt 1613 Akten bearbeitet, 808 davon wurden im Jahr 2021 eröffnet: bei den bearbeiteten Themen ging es oft um Situationen, in denen die Kinder- und Jugendanwaltschaft Rechte und Interessen Minderjähriger im Rahmen konkreter Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen zu schützen suchte.


Abgesehen davon, betrafen die Themen vor allem den Schulbereich (28,22 Prozent), nicht begleitete ausländische Minderjährige (13,12 Prozent), Situationen mit Mehrfachproblematiken (11,39 Prozent), Trennung und Scheidung (8,66 Prozent), Jugendschutz (7,18 Prozent), Gewalt und Missbrauch (5,82 Prozent) sowie den Bereich Gesundheit (5,45 Prozent).


Wie aus dem Tätigkeitsbericht hervorgeht, waren die Kinder- und Jugendanwältin und ihr Team hauptsächlich im Bereich der rechtlichen Beratung und der Vermittlung tätig.

„Die behandelten Fälle betrafen oft delikate, meist tragische und fast immer dringende Angelegenheiten: Ob es sich nun um körperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt, Diskriminierung von jungen Menschen, Integration und Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in der Schule und im Alltag, familiäre Konflikte oder Mobbing und Cybermobbing handelt. Diese Situationen, die ein offenes Ohr, viele Gespräche und Geduld erfordern, werden von uns oft über einen längeren Zeitraum begleitet“, so Höller.


Ein weiterer wichtiger Bereich, in dem die Kinder- und Jugendanwältin tätig war, war die Sensibilisierung von Erwachsenen in Angelegenheiten, welche Kinder und Jugendliche betreffen, aber vor allem der Minderjährigen selbst. Zu diesem Zweck hat die Kinder- und Jugendanwaltschaft im Jahr 2021 19 Vorträge in Schulen aller Stufen abgehalten.


Im Bereich Sensibilisierung hatte sich die Kinder- und Jugendanwältin zum Ziel gesetzt, noch stärker mit Kindern und Jugendlichen in direkten Kontakt zu treten und sie über ihre Rechte zu informieren.

Das wurde durch eine Reihe von Projekten erreicht, die das Büro durchgeführt hat: ein Buch zu den Kinderrechten, das für die Grundschülerinnen und Grundschüler des Landes verfasst wurde; ein Videoprojekt, das mit und für Jugendliche gemacht wurde; die so genannte KIJA-Box, eine Box, die die Kinder- und Jugendanwaltschaft bei den Vorträgen in den Schulen mitnimmt und durch welche die jungen Menschen ganz persönliche Fragen stellen können; eine Umfrage zum Bewusstsein der Kinderrechte anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte und verschiedene Informationskampagnen auf den sozialen Medien.

lpa/fm

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden