Weshalb, das erklärt er im Interview. <BR /><BR /><b>Herr Dr. Conca, aktuelle Studien besagen, dass Kriege und politische Krisen zu den größten Sorgen von Kindern und Jugendlichen gehören... Hat der Krieg im Iran diese Ängste verstärkt?</b><BR />Dr. Andreas Conca: Auf jeden Fall. Erst mal scheint der Konflikt im Nahen Osten weit entfernt: Doch selbstverständlich führt eine geopolitische Krise, bei der stets über eine atomare Bedrohung diskutiert wird, auch hierzulande zu einem Gefühl von Angst. Kinder und Jugendliche sind dem besonders stark ausgesetzt.<BR /><BR /><b>Wieso das?</b><BR />Dr. Conca: Weil sie einen Großteil ihrer Informationen aus sozialen Medien beziehen – und zwar ungeschützt und ungefiltert. Über Plattformen wie Instagram und TikTok werden massenweise beunruhigende Nachrichten über die politische Weltlage, aber auch über Themen wie den Klimawandel verbreitet, von denen nicht einmal alle der Wahrheit entsprechen. Das erhöht die Belastung natürlich enorm. <BR /><BR /><b>Sind Erwachsene resilienter?</b><BR />Dr. Conca: Ein Faktor für Resilienz ist das Alter beziehungsweise die Lebenserfahrung. Wer mehr davon hat, ist resilienter.<b>„<BR /><BR />Welche Faktoren spielen sonst noch eine Rolle?</b><BR />Dr. Conca: Es kommt stark auf die Persönlichkeit an: Wie gut jemand eine Krise handhabt, ist also von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Auch die Bildung und das Umfeld spielen eine zentrale Rolle.<BR /><BR /><b>Wie können Erwachsene Kinder und Jugendliche in Krisenzeiten unterstützen?</b><BR />Dr. Conca: Bei den ganz Jungen spielen Eltern die größte Rolle. Es ist wichtig, den Kindern Gehör zu schenken und sich mit ihnen über die kritischen Beiträge und Informationen, die sie auf sozialen Medien gesehen bzw. sich eingeholt haben, auszusprechen. Sie sollten diese im jungen Alter nicht alleine verarbeiten müssen. Für Jugendliche spielen Gleichaltrige die wichtigere Rolle – es zählt, sich unter Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Auch Schulen, Jugendtreffs oder Vereine sollten sich dies zu Herzen nehmen und auf die Ängste und Sorgen der Kinder und Jugendlichen eingehen. <BR /><BR /><b>Was geben Sie jungen Menschen mit auf den Weg?</b><BR />Dr. Conca: Es gibt globale Entwicklungen, die man nicht beeinflussen kann. Umso wichtiger ist es, sich aufs nahe Umfeld zu konzentrieren: insbesondere in die Bereiche Bildung, Beziehung und Bewegung zu investieren. So stoppt man zwar nicht die Krisen der Welt, doch sorgt dafür, dass es einem selbst wesentlich besser geht. Und: Einfach mal entschleunigen, das Handy beiseitelegen und auch sonst nicht ständig auf Reize reagieren – denn aus Langeweile lässt sich Kraft für Resilienz schöpfen.