Das Gespräch habe gezeigt, dass die schnellstmögliche Umsetzung einer eigenen stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie in Südtirol gewünscht wird, schreibt der Südtiroler Jugendring in einer Presseaussendung.Über die Kinder- und Jugendpsychiatrie diskutierten Kathia Nocker, die ehemalige Vorsitzende des Jugendrings, Roger Pycha, Primar der Psychiatrie am Krankenhaus Bruneck, Landesrat Richard Theiner, Herbert Denicolò, Koordinator des ehemaligen Fachbereiches Kinder- und Jugendpsychiatrie/psychotherapie, und Barbara Pizzinini, die Geschäftsführerin der Sozialgenossenschaft EOS).Einigkeit herrschte in der Podiumsdiskussion darüber, dass Südtirol eine eigene stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie brauche.500 bis 600 Kinder brauchen stationäre BehandlungSchließlich bedürfen laut Pycha in Südtirol etwa 5000 bis 6000 Kinder und Jugendliche einer kinder- und jugendpsychiatrischen Hilfe und Unterstützung.Rund 500 bis 600 Kinder und Jugendliche brauchen ihm zufolge eine stationäre Behandlung in Abteilungen, Reha-Einrichtungen oder Day-Hospitals.Kritisch reflektiert wurde, dass obwohl es schon im Jahr 2000 einen Beschluss zu diesem Thema gegeben hatte, nach wie vor keine eigene stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie vorhanden sei. „Gerade junge Menschen haben keine starke Lobby hinter sich, daher liegt es an uns allen, sich für sie einzusetzen“, sagte Nocker.Theiner versprach, noch 2012 die Einrichtung umzusetzen. Voraussichtlich werde sie in Meran angesiedelt sein.Da die stationäre Einrichtung nur ein Baustein von vielen sei, benötige es hierbei die Zusammenarbeit und Vernetzung unterschiedlicher Bereiche.Auch müssten öffentliche und private Strukturen eingebunden werden.Gesammelt wurde dafür plädiert, das Thema zu enttabuisieren.„Nun geht es um die Umsetzung. Diese muss kind- und jugendgerecht sein und Fachexperten, daher auch Kinder- und Jugendpsychiater, in den Umsetzungsprozess von Anfang an miteinbeziehen“, sagte der SJR-Vorsitzende Igor Guizzardi.