Donnerstag, 06. Oktober 2016

Kinderleiche in Deutschland: Mordanklage gegen Mutter und Bekannte

Gut drei Monate nach dem Fund einer Kinderleiche in einem Wald bei Kaiserslautern ist gegen die Mutter des fünfjährigen Mädchens und gegen ein Paar Anklage wegen Mordes durch Unterlassen erhoben worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern vom Donnerstag war das Kind beim Klettern in einer Wohnung gestürzt.

Gegen drei Personen wurde Anklage erhoben.
Gegen drei Personen wurde Anklage erhoben. - Foto: © shutterstock

Es wurde kurz darauf bewusstlos und starb wenige Stunden später – vermutlich an einer Hirnblutung. Die Mutter und das Paar hätten keinen Arzt geholt, obwohl sie erkannt hätten, dass das Mädchen in einer lebensbedrohlichen Situation gewesen sei, erklärte die Staatsanwaltschaft. Nach Angaben der Behörde hätte das Kind bei zeitnaher ärztlicher Versorgung gerettet werden können.

Kind war misshandelt worden

Das Mädchen hatte zur Zeit der Geschehnisse in der Wohnung des Paares – eines 30-jährigen Mannes und einer 24-jährigen Frau – gelebt. Zur Unfallzeit soll auch die 36 Jahre alte Mutter in der Wohnung gewesen sein. Hilfe hätten die drei auch deshalb nicht geholt, weil sie eine Straftat hätten verdecken wollen: Das Kind sei nämlich in einem schlechten Pflegezustand gewesen und körperlich misshandelt worden.

Die Angeklagten hätten jeweils nichts dagegen unternommen. Laut Anklage räumen sie den Zustand des Kindes und den Ablauf ein, machen jedoch verschiedene Angaben dazu, wer dafür verantwortlich war.

apa/dpa

stol