Einige User in den Sozialen Medien sind der Meinung, dass solche Bilder den Angriffskrieg Russlands gegen das Nachbarland rechtfertigen würden. <BR /><BR /><BR /><BR />Der Krieg in der Ukraine befeuert Fehlinformationen, die stark in Sozialen Medien kursieren. Aktuell verbreiten User angeblich neue Fotos, die ukrainische Kindersoldaten des „Asow-Bataillons“ („Azov“) zeigen sollen, die nach dem Vorbild der „ISIS“ ausgebildet werden würden. Einige sehen dies als Legitimation für den Einmarsch Russlands.<BR /><BR />Im oft geteilten Posting sind 9 Bilder enthalten, die allesamt Kinder zeigen, die militärisches Gewand tragen, mit Waffen oder Waffenattrappen hantieren und patriotisch posieren. Keines der Fotos ist aber aktuell oder steht in Zusammenhang mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Alle Fotos stammen aus den Jahren zwischen 2015 und 2017. <BR /><BR />Eines der Bilder entstand am 12. August 2015 am Stadtrand von Kiew. Der Bildbeschreibung zufolge ist das militärisch-patriotische Sommerlager „Asowez“ zu sehen, das von dem freiwilligen Bataillon „Asow“ für Kinder organisiert wurde, deren Eltern in der ostukrainischen Konfliktzone wohnen sowie für andere Kinder aus Kiew. Die Kinder würden dort über das Militär lernen, Selbstverteidigung und Überlebensfertigkeiten üben sowie Sport machen. Auf einem weiteren Bild ist zu sehen, wie Kindern von Ausbildern des Bataillons u.a. beigebracht wird, mit Waffen umzugehen und Erste Hilfe zu leisten. Vorträge und Filmvorführungen zu historischen und patriotischen Themen sollen ihnen zudem die Bedeutung ihres Heimatlandes näher bringen.<h3> Extremistische Kräfte im Bataillon</h3>Über die Sommerlager und das Bataillon „Asow“ gibt es mehrere Medienberichte. Einigen Berichten zufolge weisen Teile der Gruppierung, etwa der „Nationalkorps“, extremistische und nationalistische Züge auf. Davon ist auch in einem Bericht des US-Außenministeriums aus dem Jahr 2019 sowie in einem Bericht der US-amerikanischen NGO Freedom House von 2018 die Rede.<BR /><BR />Aus einem Video der „New York Times“ geht hervor, dass die Sommercamps im Jahr 2015 gegründet wurden, also ein Jahr nachdem Russland die Krim annektierte. Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinen Einmarsch mehrmals mit der „Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine“ erklärt. Wenngleich es in der Ukraine mehrere rechtsextreme Gruppierungen gibt, ist das Narrativ höchst umstritten. Medienberichten zufolge formierte sich das „Asow“-Bataillon erst bei den Euromaidan-Protesten 2013 und 2014. Laut Experten würde es das extremistische Bataillon ohne den Krieg nicht geben.<h3> Krieg mit gefälschten Nachrichten</h3>Die britische BBC berichtete, dass es lseit letztem November einen starken Anstieg von Social Media-Postings gibt, die die Ukraine mit dem Nationalsozialismus in Verbindung bringen. Ein Grund für das aktuelle Interesse an „Asow“ könnte zudem die Tatsache sein, dass das Bataillon trotz der Charkiwer Provenienz führender Vertreter in der Stadt Mariupol am Asowschen Meer entstanden ist und die Gruppierung in der derzeit heftig umkämpften Stadt eine wichtige Rolle in der Verteidigung spielt.<BR /><BR />Der Faktencheck der Nachrichtenagentur APA kommt also zu folgendem <b>Ergebnis</b>: <BR />Die Fotos sind alt und haben nichts mit dem aktuellen Einmarsch Russlands in die Ukraine zu tun. Sie zeigen ein paramilitärisches Ferienlager, das von der Gruppe der „Asow“ organisiert wird und sich an Kinder und Jugendliche richtet. Mehreren Quellen zufolge weisen zumindest Teile der Gruppe starke extremistische und nationalistische Züge auf. Der Anteil von Rechtsextremen bzw. Neonazis im ukrainischen Militär ist nicht feststellbar. Ihn als Legitimation eines Einmarschs zu sehen, entspricht einem vom Kreml verbreiteten Narrativ.<BR /><BR /><BR />