2011 hatte die Kirschessigfliege in Südtirols Weinbau zum Teil große Schäden angerichtet. In manchen Anlagen gab es Ausfälle von 80 Prozent. Betroffen war vor allem die Sorte Vernatsch.Die Kirschessigfliege schädigt die reifenden Früchte, sie vermehrt sich schnell und ist schwer zu bekämpfen. Heuer sind die Bedingungen für den aus Asien importierten Schädling günstig. Denn der Winter war mild und deshalb hat eine relativ große Population überlebt, berichtet Silvia Schmidt, Sachbearbeiterin für Entomologie (Insektenkunde) im Versuchszentrum Laimburg. Ist ein Winter hingegen bitterkalt, verenden die kleinen Plagegeister. „Die Anfangspopulation ist heuer größer als im vergangenen Jahr“, sagt Schmidt.Bei den Weinbauern sind die Sorgenfalten in den vergangenen Wochen etwas größer geworden. Ab Anfang August werden in den Weinreben die Eiablagen der Kirschessigfliege kontrolliert, sagt Hansjörg Hafner, Bereichsleiter für Weinbau im Beratungsring. Trauben an sich kein bevorzugtes ZielIn einem knappen Monat – um den 20. August – werde man dann einen Überblick haben, wie sehr Drosophila suzukii bei den Trauben verbreitet ist, sagt Hafner. Die Traube sei für die Kirschessigfliege aber nicht das bevorzugte Ziel, welches sie als Erstes aufsuche. Erst wenn die Fliege keine anderen Früchte oder Beeren mehr finde, ziehe es sie in den Weinberg zu den Trauben.Südtirols Bauern haben seit dem Schadensjahr 2011 auf die Gefahr reagiert. Die Trauben werden nun früher ausgedünnt – nicht erst dann, wenn die Früchte bereits reifen, sondern wenn sie noch grün sind. Denn halbreife oder reife Trauben, die nach dem Ausdünnen auf dem Boden liegen, ziehen Drosophila suzukii an. Heuer reifen die Trauben drei Wochen früher als im vergangenen Jahr, sagt Hafner.D/hof______________________________Mehr zum Thema lesen Sie in der Mittwochausgabe der Tageszeitung "Dolomiten".