„Kläranlagen zählen zu den kritischen Infrastrukturen mit hohem technischem Know-how, an dessen Ende sensible öffentliche Gewässer stehen“, erklärt Gurschler. Und weil sie rund um die Uhr ihren wertvollen Dienst verrichten, muss rund um die Uhr ein Techniker einsatzbereit sein. Zu den normalen Arbeitszeiten der Klärwärter (ähnlich der Bürozeiten) kommt daher ein Bereitschaftsdienst, der alle restlichen Stunden des Tages sowie die Wochenenden abdeckt. „Meistens werden solche Dienste wochenweise übernommen“, berichtet Gurschler.<h3> Aber was macht eigentlich ein Klärwärter?</h3>Er überwacht die Technik, kontrolliert den Klärprozess und wartet die Anlage, erstellt Statistiken, übernimmt die Verwaltungsaufgaben, koordiniert die Laboranalysen und führt im Fall auch Besuchergruppen durch die Anlage. Für kleinere Reparaturen sind ebenfalls die Angestellten vor Ort zuständig. Fehlt es gröber, sind die Fremdfirmen zu kontaktieren, einzuweisen und die Arbeiten zu überwachen. <BR /><BR />Doch da sich Betriebsstörungen nun einmal nicht an Bürozeiten halten, braucht es den Bereitschaftsdienst, um „schnell reagieren zu können und Umwelt- und Maschinenschäden in Grenzen zu halten oder bestenfalls ganz abzuwenden. Ein Rund-um-die-Uhr-Bereitschaftsdienst ist Standard jeder Kläranlage“, erklärt Gurschler. Störmeldungen kommen dann als Alarm beim Diensthabenden an, der sich dann per Laptop zunächst digital einklinken kann, um dem Fehler auf den Grund zu gehen. Bei Bedarf ist dann zur Anlage zu fahren. <BR /><BR />„Das bringt aber sehr große Einschränkungen für das Privatleben mit sich“, sagt Gurschler. <BR /><BR />Der Bereitschaftsdienst per se erschwere zudem Neuanstellungen. „Spätestens in dem Moment, wo man über die Entlohnung oder die Bereitschaftsvergütung zu sprechen kommt, verabschieden sich die Bewerber“, weiß Gurschler.<BR /><BR /> Er und seine 21 bei öffentlichen Kläranlagen beschäftigten Kollegen, die zumeist über die Bezirksgemeinschaften angestellt sind, fordern in ihrem offenen Brief, der u.a. an Landeshauptmann Arno Kompatscher und Gemeindenverbandschef Dominik Oberstaller gerichtet ist, „eine zeitgemäße Entschädigung“ für das bestehende wie für zukünftiges Personal. <BR /><BR /> Zu den weiteren Forderungen/Vorschlägen gehört zudem die Einführung des Berufsbildes „Klärfacharbeiter“ sowie die Anerkennung der entsprechenden österreichischen Ausbildung über den Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband ÖWAW. Noch besser wäre eine – dann zweisprachige – Ausbildung in Südtirol.