Montag, 25. November 2019

Klare Absage für die Bozner Tram

Am Sonntag haben die Bozner Bürger darüber abgestimmt, ob sie eine Tram in der Landeshauptstadt wollen oder nicht. Und die Bozner haben mit großer Mehrheit Nein gesagt: 70,2 Prozent der Abstimmenden lehnen die Tram ab, 29,8 Prozent wären dafür. Die Wahlbeteiligung lag bei 32,63 Prozent; das Quorum für die beratende Volksabstimmung (25 %) war somit erreicht worden.

Die Tram bleibt für Bozen wohl Zukunftsmusik.
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Die Tram bleibt für Bozen wohl Zukunftsmusik. - Foto: © STA

„Das Tram-Projekt ist tot. Die Wähler haben klar gesprochen“, erklärte Bürgermeister Renzo Caramaschi, als sich am späten Sonntagabend das sehr klare Wahlergebnis abzeichnete. 18.885 Wähler haben das von der Gemeindeverwaltung lancierte Tram-Projekt abgelehnt, 8027 waren dafür. Insgesamt sind 27.058 von 82.922 Wahlberechtigten zur beratenden Volksabstimmung gegangen.



Im Zentrum-Bozner Boden-Rentsch war die Wahlbeteiligung mit 27,60 Prozent am niedrigsten. Am meisten Wahlberechtigte schritten mit 36,62 Prozent in Gries-Quirein an die Urnen.

In diesen beiden Stadtvierteln fiel das Nein zur Tram noch relativ knapp aus: In der Altstadt erhielt das Nein knapp 54 Prozent der Stimmen und in Gries-Quirein rund 68 Prozent. In den 3 anderen Vierteln – Oberau/Haslach, Europa/Neustift und Don Bosco – lagen die Werte deutlich höher, zwischen 74 und 76 Prozent.

4 knappe Ja, 76 klare Nein

In 4 der 80 Wahlsektionen, allesamt in der Altstadt, gab es sogar knappe Mehrheiten zugunsten der Tram: In den Sektionen 1, 2, 3 (alle Goetheschule) und 8 (Aufschnaiter-Schule) sprachen sich jeweils ca. 52 der Wähler für die Tram aus.

Auf der anderen Seite erreichte das Ja in 8 Wahlsektionen – 4 in Don Bosco, 2 in Oberau/Haslach und 2 in Europa/Neustift – nicht einmal die 20-Prozent-Marke. Die tiefste Marke mit nur 15,14 Prozent Befürworter wurde in der Wahlsektion 75 in der Langer-Grundschule am Montessori-Platz erreicht.

Enttäuschung bei den Grünen

Verbittert reagierte Verkehrsstadträtin Marialaura Lorenzini von den Grünen auf das Abstimmungsergebnis. Sie war maßgeblich an der Ausarbeitung und Umsetzung des Tram-Projekts beteiligt. „Dieses Wahlergebnis ist eine Schande für Bozen“, sagte sie am Sonntagabend den „Dolomiten“.

ds

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