Samstag, 24. Oktober 2020

So klar hat Südtirol abgestimmt: Knapp 90 Prozent für Wolfsentnahme

Wölfe sollen entnommen werden dürfen, wenn sie eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen: Immerhin 88 Prozent der deutschsprachigen Südtiroler sind dieser Auffassung. Dies hat das Linzer Meinungsforschungsinstitut „market“ bei einer Umfrage in der ersten Oktoberhälfte erhoben. Damit ist die Ablehnung gegenüber dem Wolf im Vergleich zu einer Umfrage vor 2 Jahren noch um einiges gestiegen.

Klares Ja der Südtiroler zur Wolfsentnahme.
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Klares Ja der Südtiroler zur Wolfsentnahme. - Foto: © shutterstock
2018 hatten bei einer früheren Umfrage des Instituts „market“ 78 Prozent der deutschsprachigen Südtiroler gemeint: „Wir brauchen keinen Wolf in Südtirol.“ Die Umfrage war damals in der „Zett“ veröffentlicht worden.

Und wie schon 2018 stehen die Frauen auch diesmal dem Raubtier noch etwas ablehnender gegenüber als die Männer (siehe Grafik). Viel auffallender ist bei dieser neuen Umfrage (Meldung oben), dass inzwischen auch die große Mehrheit der Unter-40-Jährigen – 86 Prozent – für eine Entnahme des Wolfes sind, falls vom Raubtier eine Gefahr für Mensch und Tier ausgeht. 2018 hatten 60 Prozent der Südtiroler aller 3 Sprachgruppen unter 30 Jahren dem Wolf die rote Karte gezeigt. Damals wie heute zeigt sich auch: Mit zunehmendem Alter der Befragten steigt die ablehnende Haltung gegenüber dem gefürchteten Beutegreifer. Bei den über-60-Jährigen ist das Ja zur Entnahme des Wolfes mit 91 Prozent am deutlichsten (siehe Grafik).


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Die Wölfe waren auch heuer wieder für viele Risse in Südtirol, im Bundesland Tirol sowie in den Nachbarprovinzen, wo Südtiroler ebenfalls Weidetiere halten, verantwortlich. Wenn man allein die eindeutigen und überprüften Fälle zählt, die das Landesamt für Jagd und Fischerei auf seiner Homepage auflistet, so kommt man auf 26 Risse von März bis September in Südtirol – die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher sein.


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Die Wölfe breiten sich in Südtirol zum Leidwesen der Bauern stark aus – in wenigen Jahren hat sich ihre Zahl vervielfacht und gestiegen ist damit auch die Zahl der Risse und der Bauern, die es sich überlegen, ob sie überhaupt noch die Schafe auf die Alm treiben sollen. Streiften 2017 noch 7 Wölfe durch Südtirol, so fielen 2019 bereits 31 bis 35 Exemplare auf – und 4 Wolfsrudel. Laut Landesrat Arnold Schuler dürften sich heuer ähnlich viele Wölfe und Wolfsrudel in Südtirol aufgehalten haben wie 2019. „Man wartet noch auf die DNA-Analysen“, sagt Schuler.

„Wolfsdruck“ kommt auch aus dem Trentino. Dort wurden 2019 laut dem Südtiroler Jagdverband 13 Rudel nachgewiesen; inzwischen dürften es 16 sein. Die meisten treiben sich im Grenzgebiet zu anderen Provinzen herum – darunter auch Südtirol. Samt Jungtiere halten sich in der Nachbarprovinz bereits an die 80 bis 90 Wölfe auf.

d

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