Seit Jahren versuchen Land und betroffene Gemeinden, grundlegende Planungsdokumente für das Gebiet des Nationalparks Stilfser Joch unter Dach und Fach zu bringen. Nun musste Landeshauptmann Arno Kompatscher mit Bedauern sagen, dass man bislang mehr oder minder damit gescheitert ist.<BR /><BR />Wenn der Landeshauptmann kommt, läuft die halbe Gemeinde zusammen – zumindest in Martell, denn dort nahmen knapp 100 Personen an der Bürgerversammlung mit Arno Kompatscher teil. Bürgermeister Georg Altstätter und sein Ausschuss hatten sich am Montag bereits zuvor mit dem Landeshauptmann ausgesprochen, dann ging es in den Bürgersaal.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103919_image" /></div> <BR />Dort berichtete Arno Kompatscher querbeet, was die Landesregierung in den vergangenen Jahren getan hat – bzw. auch, was noch zu erledigen ist. Und unter diesen Punkt falle leider auch der Nationalpark Stilfser Joch, wie Kompatscher bedauerte.<BR /><BR />Hier habe man bislang nichts „derrichtet“ bzw. noch nicht geschafft, zu einer Lösung zu kommen, gab er unmissverständlich zu. Man habe vor einigen Jahren bereits gefeiert, weil man damals geglaubt hatte, die Sache unter Dach und Fach gebracht zu haben. Das sei dann leider doch nicht der Fall gewesen, noch immer fehlten die übergeordneten Pläne bzw. Regelwerke für das Parkgebiet – „das ist frustrierend“, sagte Arno Kompatscher. <BR /><BR />Einige Schuld sei bei den Lombarden zu suchen, aber auch die Trientner legten sich nicht sonderlich ins Zeug, sagte er. Man habe schließlich alleine loslegen wollen mit Nationalparkplan und Co. – das sei nun auch schief gegangen. <BR /><BR />Nun denke man an politische Interventionen auf höchster Ebene, sagte Kompatscher. Er bat die Anwesenden zugleich, auch beim Umgang mit den Natura-2000-Gebieten mitzuarbeiten. Diese sind auf EU-Regeln zurückzuführen und beinhalten Verbote der Natur-Verschlechterung bzw. das Gebot von Verbesserungen, was die Natur betrifft. Hier sei Martell direkt betroffen, das Verfahre dazu laufe. <BR /><BR />Davon wollte ein Bauernvertreter nichts wissen, denn bereits die Mitarbeit beim Nationalpark sei gelinde gesagt für die Katz' gewesen, warum solle man bei Natura 2000 noch mitarbeiten? Der Landeshauptmann erwiderte, dass Mitarbeit nicht umsonst sei, man habe immer wieder über die Eingaben der Betroffenen diskutiert. Man müsse zu Lösungen kommen, um das Arbeiten und Leben in den Schutzgebieten mit dem Schutz der Natur unter einen Hut zu bringen.