Wie bereits mehrfach berichtet, hat das Landesamt für Wildbachverbauung Nord 2023 das erste Baulos im Norden der Stadt umgesetzt. Dabei wurde entlang der St.-Josef-Siedlung bzw. entlang des Marktplatzes bis zur Fußgängerbrücke eine 1,5 Meter hohe Stahlbetonmauer errichtet. Auf der orografisch linken Seite wurde im Bereich des Gamper-Areals ebenfalls eine Stahlbetonmauer errichtet. <BR /><BR />Die Gesamtkosten für das erste Baulos beliefen sich auf 4 Millionen Euro. „Die Umsetzung des ersten Bauloses hat sehr gut funktioniert, wir konnten Kosten einsparen und können nun mit dem Bau des Hochwasserschutzes auf der orografisch linken Seite fortfahren“, erklärt Philipp Walder, Amtsdirektor des Landesamtes für Wildbachverbauung Nord. <BR /><BR />Konkret geht es um den Abschnitt Ländweg bis Josef-von-Perlath-Straße, sagt Walder. Nächste Woche soll die Baustelle eingerichtet werden. Geplant ist wieder eine rund ein bis 1,5 Meter hohe Schutzwand aus Stahlbeton. Aus optischen Gründen werden die Betonwände zusätzlich mit Fertigteilen in Steinplattenoptik verkleidet. Walder rechnet mit einer Bauzeit von rund 4 Monaten. Was die Verkehrsbelastung betrifft, so wolle man diese so gering wie möglich halten, versichert Walder. Der Großteil der Transporte soll über die Bahnunterführung abgewickelt werden, der Rest wieder über die Promenade, die Andreas-Brücke und die Bahnhofsstraße<BR /><BR />Auch das bereits genehmigte und von der EU finanzierte zweite Baulos soll zügig in Angriff genommen werden. Das betrifft den orografisch linken Teil vom Kondominium „Wohnen am Eisack“ (Sitz der Forststation Klausen) bis zum Tuschnbachl (Löchlbach) sowie den orografisch rechten Teil von der Kassiansbrücke südwärts bis zur Andreasbrücke – also die gesamte Promenade. Die Baukosten betragen 2,9 Millionen Euro. <BR /><BR />Die Erfahrungen der letzten Hochwasserereignisse haben gezeigt: Die Promenade ist jener Bereich in der Stadt, an dem der Eisack bei Hochwasser als erstes über die Ufer tritt. Das derzeitige Metallgeländer soll laut Walder durch eine etwa einen Meter hohe Stahlbetonmauer mit Steinverkleidung ersetzt werden. „Das reicht aber nicht“, betont Walder. Deshalb sind mobile Elemente geplant, die aus Schienen mit Aluminium-Paneelen bestehen. „Diese mobilen Elemente werden nur bei drohendem Hochwasser eingesetzt und erhöhen die Mauer auf das notwendige Maß“, erklärt Walder. Den Verantwortlichen sei klar, dass man in einer der schönsten Altstädte des Landes keine mannshohe Mauer errichten könne. Zur Andreas-Brücke, das Nadelöhr bei Hochwasser, sagt Walder: „Wir planen derzeit, den Eisack bis zum Tinnebach zu vertiefen. Wenn uns das gelingt, brauchen wir die Brücke nicht in Angriff zu nehmen. Aber das ist noch nicht entschieden. Wir prüfen derzeit die technischen Lösungen. Am Ende wird es eine gemeinsame Entscheidung von Land und Gemeinde sein, ob die Brücke saniert werden muss oder nicht.“ <BR /><BR />In der Gemeinde Klausen ist man froh, dass die Maßnahmen zum Uferschutz weiter gehen. Bürgermeister Peter Gasser: „Wir wissen, wie schnell die Hochwasserlage kritisch werden kann.“ Klar ist dem Bürgermeister auch, dass die Bauarbeiten nicht ohne Belastungen abgehen werden, die Maßnahmen seien absolut notwendig.