Donnerstag, 29. August 2019

Klima-Aktivisten wollen Heathrow lahmlegen

Klima-Aktivisten wollen den Londoner Flughafen Heathrow ab Mitte September mit Spielzeugdrohnen lahmlegen, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen. Die Gruppe namens „Heathrow Pause” erklärte, sie wolle die Fluggeräte ab dem 13. September mit einer Stunde Vorwarnzeit innerhalb der 5-Kilometer-Sperrzone um den Flughafen aufsteigen lassen, aber außerhalb der An- und Abflugrouten.

Heathrow hat Notfallpläne aufgestellt, um den Betrieb zu gewährleisten. - Foto: APA (AFP/Archiv)
Heathrow hat Notfallpläne aufgestellt, um den Betrieb zu gewährleisten. - Foto: APA (AFP/Archiv)

Dies werde die Betreiber zur Absage von Starts und Landungen zwingen, auch wenn die Drohnen nur bis zur Kopfhöhe aufsteigen sollen. „Die Untätigkeit der Regierung beim Klimawandel und die drohende Katastrophe einer Flughafen-Erweiterung lassen uns keine Wahl und zwingen uns zum Handeln”, erklärte „Heathrow Pause”, eine Splittergruppe der Klimaschutz-Bewegung „Extinction Rebellion”. Heathrow ist der größte Flughafen Europas.

„Illegal und kontraproduktiv“

Der Flughafen nannte das Vorhaben illegal und kontraproduktiv. Man habe robuste Notfallpläne aufgestellt, um den Weiterbetrieb von Heathrow sicherzustellen. „Wir stimmen zu, dass etwas gegen den Klimawandel getan werden muss”, sagte ein Sprecher. Es gehe um ein globales Thema, mit dem konstruktiv umgegangen werden müsse.

„Strafbare Handlungen zu begehen und Passagiere zu behindern ist kontraproduktiv.” Es sei illegal und riskant, Drohnen in einem 5-Kilometer-Radius um einen Flughafen aufsteigen zu lassen. Heathrow werde eng mit der Polizei und anderen Behörden zusammenarbeiten, um die Folgen der Drohnenflüge abzumildern. Für den 9., 10. und 27. September haben die Piloten von British Airways bereits Streiks in Heathrow angekündigt.

Drohnen legen Flughäfen lahm

Auf Großbritanniens zweitgrößtem Flughafen nach Heathrow, in Gatwick, wurden nach der Sichtung von Drohnen Ende vergangenen Jahres rund 1000 Flüge gestrichen. Der Vorfall kurz vor Weihnachten brachte die Reisepläne von etwa 140.000 Menschen durcheinander. Eine weitere Drohnensichtung legte im Jänner Heathrow für eine Stunde lahm.

Beide Flughäfen haben Drohnen-Abwehr-Systeme nach militärischem Standard bestellt. In Heathrow wurden 2018 etwa 80 Millionen Passagiere abgefertigt. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde dort der Bau einer dritten Startbahn genehmigt, gegen die Umweltschützer juristisch vorgehen.

apa/ag

stol