Monokulturen, Verstädterung, Klimawandel, dazu noch die altbekannte Varroamilbe, vereinzelte Faulbrutfälle und Imker im Pandemie-Stillstand: So gesehen, ist das schöne Bienenleben kein Honigschlecken mehr. Auch hierzulande. Und das in einer Region, wo es ohne die fleißigen „Sumsis“ weder den – wirtschaftlich wichtigen – kultivierten Obstanbau gäbe, noch die – aus vielerlei Hinsicht – so überlebenswichtige Artenvielfalt im alpinen Grün.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Der Pandemie erschwert(e) die Arbeit an den Bienenstöcken</b><BR /><BR />Immerhin gut 3500 Mitglieder hat der Südtiroler Imkerbund – aufgeteilt in 111 Ortsgruppen, die in Summe landesweit schätzungsweise knapp 40.000 Bienenvölker betreuen. Und Bundesobmann Erich Larcher sagt im Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate: „Die strikten Corona- Regelungen machen es unserem Verband – so wie allen ehrenamtlichen Vereinen – schwer. Wir Imker leben vom gemeinsamen Austausch und der Arbeit direkt an den Stöcken. Mit Onlinesitzungen kommt man da nicht weiter, und nicht jeder hat auch die technischen Möglichkeiten.“<BR /><BR /> Insofern sei die Hoffnung groß, so Larcher weiter, dass man nun auch in der Imkerei endlich zur Normalität zurückkehren könne: „Denn nicht erst 2021, sondern genau genommen die vergangenen fünf Jahre waren für die Bienenvölker belastend.“<BR /><BR />War es vor dem menschlichen „Corona-Problem“ noch die für Bienen so bedrohliche Varroamilbe, die alle Imkeraufmerksamkeit verlangte, so hat sich das Bild doch komplett gewandelt. „Varroa haben wir im Griff“, ist Larcher überzeugt. Vielmehr sorgt im Imkerbund die geringe Honigernte 2021 für Sorgenfalten. Nicht zuletzt wegen der Wetterlage in der vergangenen „Bienenjahreszeit“: März, April und teilweise der Mai waren zu kühl für die Bienen. Nur der Juni war „okay“, bevor es im Juli/August übermäßig viel regnete. Insofern konnten die Bienen die Blüten- und Pollenperiode kaum nutzen, um Nektar zu sammeln und damit Honig zu produzieren. <BR /><BR /><b>Das Wetter führte fast zum „Totalausfall“ bei Honigernte</b><BR /><BR />„Wir reden hier von einer erheblichen Verringerung um 70 bis 80 Prozent, teilweise sogar von einem Totalausfall der Erträge bei den wichtigsten Blüten- und Mischhonigsorten. Im Prinzip mussten manche Imker ihre Bienen durchfüttern, um deren Überleben zu sichern“, fasst es der Obmann im Gespräch durchaus dramatisch zusammen. Und auch für heuer ließen die Vorzeichen nichts Gutes ahnen: „Der Winter war zu trocken. Die Temperaturen jetzt passen zwar zum Frühlingsbeginn, aber ohne Feuchtigkeit im Boden fehlt es an Blüten und Pollen für die bereits fliegenden Bienen. Jetzt wäre etwa die Blütezeit von Haselnuss, Kornelkirsche, Weiden oder Erika. Aber ohne Regen blüht es nur sehr zögerlich.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-53526514_quote" /><BR /><BR />Will heißen: Wieder nichts wird es mit viel lokalem Honig – und das, obwohl die Südtiroler Imker laut Larcher ein Umdenken der Leute beobachten: „Die Nachfrage nach regionalen Honigen auf den Bauernmärkten und von Seiten der Hotellerie steigt. Aber wir produzieren in Südtirol nicht genug Honig, um den Bedarf zu decken. Von Export ist schon gar keine Rede.“ <BR /><BR />Insofern sieht er die beschlossenen Entschädigungsgelder zwar „positiv“, aber „leider nicht für alle“: „Mit den 20 Euro pro Bienenvolk kommen wir rein rechnerisch auf 800.000 Euro. Wer aber weniger als fünf Völker hat und die Imkerei nur als Hobby oder Liebe zur Natur betreibt, kriegt nichts.“ Fast 800 „Klein-Imker“ schauen – gemäß Verzeichnis – also nicht nur auf leere Waben, sondern finanziell auch quasi durch die Finger.<BR /><BR />Und so zeigt sich derzeit beim Beobachten der allerersten, noch müden Bienen im eigenen Garten: Es gibt wohl viel Gesprächsstoff bei der Landesversammlung Ende Mai und beim Imkerkongress Anfang September in Brixen: Dann kommen 1500 Imker aus dem Alpenbogen erstmals wieder zusammen. „Endlich!“, sagt Larcher.<BR />