Die Forschenden analysierten mehr als 6.100 dokumentierte Veränderungen der Verbreitungsgebiete von 1.758 Schmetterlingsarten aus 105 Ländern. Die Ergebnisse zeigen: Rund 80 Prozent der Veränderungen stehen im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung und extremen Wetterereignissen. <BR /><BR />Viele Schmetterlingsarten breiten sich demnach in neue Gebiete aus und besiedeln Regionen, in denen sie bisher nicht vorkamen. Andere Arten ziehen in höhere Lagen, um weiterhin geeignete Lebensbedingungen zu finden. Gleichzeitig verlieren einige Arten Teile ihres bisherigen Lebensraums – dabei spielen neben dem Klimawandel auch Veränderungen in der Landnutzung, etwa durch intensivere Landwirtschaft oder den Verlust von Feuchtgebieten, eine wichtige Rolle. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1343844_image" /></div> <h3> Veränderungen auch im Alpenraum sichtbar</h3>Auch im Alpenraum sind diese Entwicklungen bereits sichtbar. Der Biologe Elia Guariento von Eurac Research untersucht seit mehreren Jahren Schmetterlinge in Südtirol und Österreich. <BR /><BR />„Dass Arten höhere Lagen besiedeln und sich neue Arten ausbreiten, beobachten wir in Südtirol und generell im sich rasch erwärmenden Alpenraum deutlich“, erklärt Guariento. Als Beispiel nennt er den Apollofalter, der in den vergangenen Jahren in Höhenlagen gefunden wurde, in denen er früher nicht erwartet wurde. <h3> Auch andere Insektenarten gefährdet</h3>Die Studie zeigt außerdem, dass Veränderungen bei Schmetterlingen nicht überall gleich gut dokumentiert sind. Während in einigen Ländern bei vielen Arten Verschiebungen festgestellt wurden, fehlen in besonders artenreichen Regionen wie den Tropen noch umfangreiche Daten. Schmetterlinge gelten als wichtige Bioindikatoren, weil sie sehr empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt reagieren. <BR /><BR />Die Forschenden sehen die Entwicklung daher als Warnsignal: Wenn sich die Lebensräume von Schmetterlingen so stark verändern, könnten auch andere Insektenarten betroffen sein – viele davon sind jedoch deutlich weniger erforscht.