Donnerstag, 11. Juni 2020

Kloster Neustift: Die Umbauarbeiten haben begonnen

Das Stiftsmuseum in Neustift entsprach schon seit längerem nicht mehr den Anforderungen der Zeit: Nun wurde der erste Teil der Umbauarbeiten gestartet. Im alten Wirtschaftsgebäude des Augustiner Chorherrenstiftes entsteht ein neuer Eingangsbereich mit Info-Point und Souvenirshop.

Die Umbauarbeiten haben begonnen. Im Bild: Architekt Matteo Scagnol (v.l.), Propst Eduard Fischnaller und Stiftsverwalter Fabian Schenk.
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Die Umbauarbeiten haben begonnen. Im Bild: Architekt Matteo Scagnol (v.l.), Propst Eduard Fischnaller und Stiftsverwalter Fabian Schenk. - Foto: © Kloster Neustift
Prachtvolle Handschriften, mittelalterliche Flügelaltäre und historische Gemälde werden seit rund 40 Jahren im Stiftsmuseum in Neustift ausgestellt. Die Zugänglichkeiten zum Museum erwiesen sich aber seit einigen Jahren als nicht mehr zeitgemäß: Das Museum konnte nur mit Führung an festgesetzten Zeiten besichtigt werden. Auch war der Aufenthalt im Museum auf eine Stunde begrenzt. Dies machte den Besuch für Individualreisende, aber auch für Schulklassen und Gruppen, zunehmend schwierig.

„Vonseiten des Klosters bestand schon seit längerem der Wunsch, das Museum an die veränderten Bedürfnisse anzupassen. Nun kann ein erster wichtiger Schritt gemacht werden“, unterstreicht der Propst des Augustiner Chorherrenstiftes Neustift, Eduard Fischnaller.

Aus diesem Grund wurde der Architekt Matteo Scagnol mit der Erarbeitung eines entsprechenden Projektes beauftragt. „Die Herausforderung an der Ausarbeitung bestand darin, eine ausgewogene Balance zwischen historischer Substanz und zeitgemäßer Architektur zu schaffen. Es war auch mein Anspruch, den zu verändernden Komplex möglichst schonend in das bestehende Gesamtkunstwerk des Klosters einzubinden“, schildert Architekt Scagnol. Für die Projektsteuerung wurde Wilfried Lechner beauftragt.

Umbau und Ausbau

Das Baulos 1 sieht den Umbau des alten, nicht mehr genutzten Wirtschaftsgebäudes vor. Hier entsteht die Eingangs- und Ausgangshalle des neuen Museums mit Info-Point und Souvenir-Shop. Außerdem werden in diesem Gebäude das neue Probelokal für den Stifts- und Männerchor Neustift untergebracht. Eine Verbindungsbrücke schafft den Übergang zum Bibliothekssaal, der mit seinen eleganten Stuckaturen zu einem der schönsten Profanräume des 18. Jahrhunderts in Südtirol gezählt wird.

2 neue Museumsräumlichkeiten werden zukünftig das Stiftsmuseum ergänzen: Darin werden fortan die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Stiftes dargestellt. Außerdem wird ein Raum für die Präsentation von Sonderausstellungen genutzt. Dadurch soll der Anreiz geschaffen werden, auch öfters das Museum zu besichtigen.

Inhaltliche Änderungen

Im 2. Baulos werden dann auch inhaltliche Änderungen am bisherigen Museumskonzept vorgenommen: Ändern wird sich dabei vor allem die Herangehensweise und Methodik der Darstellung. Im Zentrum stehen weiterhin die wertvollen Altäre, Handschriften und Frühdrucke, allerdings werden diese so angeordnet, dass sie unmittelbar erlebbarer werden. Dazu dienen auch die entsprechenden didaktischen Stationen, die das Erleben auch für Kinder möglich macht. Erweitert wird der bestehende Kunst-Bestand durch Exponate aus dem Stift und den Pfarreien, die von Chorherren betreut werden.

Das Baulos 1, mit dem nun begonnen wurde, kostet rund 3 Millionen Euro, die durch Eigenmittel und durch Beiträge des Landes gedeckt werden können. „Die Arbeiten an diesem Baulos sollen mit Ostern 2021 abgeschlossen werden und dann offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden“, erklärt Stiftsverwalter Fabian Schenk.





stol

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