Donnerstag, 09. September 2021

Knapp 7000 Menschen werden in sozialen Einrichtungen in Südtirol betreut

In Südtirol gibt es 307 soziale Einrichtungen, die über das ganze Land verteilt sind (etwa 14 Plätze pro 1000 Einwohner). In diesen Einrichtungen finden f Minderjährige, Senioren, Menschen mit Behinderungen, Suchtkranke sowie Menschen in Schwierigkeiten Hilfe. Dies geht aus der ASTAT-Mitteilung „Soziale Einrichtungen - 2020“ hervor.

Ende 2020 werden 6890 Personen in sozialen Einrichtungen in Südtirol betreut: 62,8 Prozent sind Senioren.
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Ende 2020 werden 6890 Personen in sozialen Einrichtungen in Südtirol betreut: 62,8 Prozent sind Senioren. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Am 31. Dezember 2020 gibt es in Südtirol 307 aktive soziale Einrichtungen(1) mit einer Aufnahmekapazität von 7756 Plätzen (sowohl Betten in stationären Einrichtungen als auch nur „Plätze“ in nicht stationären Einrichtungen). Insgesamt wurden 6890 Personen betreut, was einer Auslastung von 88,8 Prozent der Aufnahmekapazität entspricht(2).

Im Jahr 2020 verzeichneten fast alle Bereiche einen Rückgang der Anzahl der Betreuten im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem in den Einrichtungen für Senioren ging die Zahl der Betreuten um 13,5 Prozent zurück, da aufgrund der Pandemie ein Aufnahmestopp verhängt wurde.

In den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung können auch mehr Personen betreut werden als Plätze bereitstehen, da viele von ihnen in Teilzeit betreut werden.

Die Summe der Betreuten nach Bereich stimmt nicht zwangsläufig mit der Gesamtzahl der Betreuten überein, da ein und dieselbe Person auch mehrere Einrichtungen nutzen kann (zum Beispiel eine stationäre Einrichtung und eine Tagesstätte).

Fast 2 von 3 Betreuten gehören zum Bereich der Senioren.

Die Einrichtungen sind über das ganze Land verteilt; das Verhältnis der Plätze pro 1000 Einwohner liegt überall ziemlich nahe am landesweiten Durchschnittswert von 14,5. Den höchsten Wert verzeichnet das Burggrafenamt, wo das Verhältnis etwas höher ist (16,2 pro 1000 Einwohner); etwas höher als in der Landeshauptstadt (15,7 pro 1000 Einwohner). Dies weist darauf hin, dass in der Landeshauptstadt und in Meran einige Arten von Einrichtungen angesiedelt sind, die bezirksübergreifenden Charakter haben. Insbesondere befinden sich 83,1 Prozent der im Bereich Soziale Inklusion besetzten Plätze in Bozen.

Im Jahr 2020 werden 506 ausländische Staatsbürger in sozialen Einrichtungen betreut, das entspricht 7,3 Prozent der gesamten Betreuten. Die Analyse nach Staatsbürgerschaft ergibt einen hohen Anteil an ausländischen Staatsbürgern (86 Prozent) unter den Betreuten der Einrichtungen im Bereich Soziale Inklusion. In den Bereichen Senioren und Menschen mit Behinderung gibt es fast keine Ausländer (weniger als 2 Prozent).


Im Bereich Soziale Inklusion überwiegen die Männer, während der Bereich Senioren mehrheitlich von Frauen besetzt ist.

Analyse der einzelnen Bereiche

Minderjährige: Im Jahr 2020 werden 251 Personen unter 25 Jahren in den sozialen Einrichtungen für Minderjährige betreut. In den familiären Wohngruppen und in den Tagesstätten ist der Nutzungsanteil am
höchsten (88,9 Prozent). Ein hoher Anteil der betreuten Jugendlichen (49 Prozent) lebt in Wohngemeinschaften mit sozialpädagogischer und therapeutischer Funktion.

Unter den Jugendlichen sind mehr als die Hälfte der Betreuten (62,5 Prozent) männlich. In den Trainingswohnungen sind die meisten Betreuten (71,9 Prozent) ausländische Staatsbürger.

Den sozialen Einrichtungen für Minderjährige wird eine eigene ASTAT-Info gewidmet.

Senioren: Die Gesamtzahl der betreuten Senioren liegt Ende 2020 bei 4030 Personen in den stationären Einrichtungen und bei 297 in der Tagespflegeheimen. Der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Betreuten beträgt 69,1 Prozent. In den Wohneinrichtungen gehören 23,3 Prozent der Betreuten der Altersgruppe der 65- bis 79-Jährigen an, 17,7 Prozent der Betreuten sind zwischen 80 und 84 Jahre und 54 Prozent sind über 85 Jahre. Die Einweisung erfolgt fast immer aufgrund von Gesundheits- und Pflegeproblemen.



Im Laufe des Jahres 2020 sind 1715 Betreute gestorben, weitere 1016 Personen haben die sozialen Einrichtungen für Senioren verlassen. Die Sterblichkeitsrate (Anzahl der Todesfälle pro 100 Betreute, die sich als Mittelwert der Betreuten zu Jahresanfang und
Jahresende ergeben) liegt bei 41,8 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 29,2 Prozent.


Die Analyse der Zeitreihe der Todesfälle in den Altenheimen und Tagespflegeheimen unseres Landes zeigt 2 Aspekte: einen Aufwärtstrend bei der Zahl der Betreuten, die in den letzten 10 Jahren gestorben sind, und eine deutliche Übersterblichkeit im Jahr 2020. In absoluten Zahlen starben im Jahr des Ausbruchs des Coronavirus 428 Menschen mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahl verdeutlicht die Auswirkungen der Pandemie auf die Bewohner dieser Einrichtungen, die bereits anfällig sind und daher den Folgen einer Covid-19-Infektion stärker ausgesetzt sind.

Menschen mit Behinderung: In diesem Bereich gibt es viele verschiedene Arten von Einrichtungen, auch wenn die Hälfte der Aufnahmekapazität auf die Arbeitsbeschäftigungsdienste entfällt. Der Rotationsindex ist sehr niedrig. Dies bedeutet, dass in diesem Bereich langfristige Aufenthalte üblich sind.

In diesem Bereich kann die Anzahl der Betreuten sogar bei den stationären Einrichtungen höher sein als die Zahl der verfügbaren Plätze, da bei den Betreuten auch jene Personen gezählt werden, welche die Plätze nicht durchgehend nutzen.

49,6 Prozent der Betreuten in den sozialen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sind zwischen 45 und 64 Jahre alt, 34,7 Prozent zwischen 25 und 44, während der Anteil der Betreuten in der Altersklasse zwischen 18 und 24 Jahren bei 10,5 Prozent liegt. Die Mehrzahl der Betreuten sind Männer (56,1 Prozent).


Psychisch Kranke: Das Hauptziel dieses Bereichs ist die Arbeitseingliederung. Dies lässt sich an der Einrichtungsart (bei 58,6 Prozent handelt es sich um Arbeitsrehabilitationsdienste) erkennen.


Suchtkranke: Es handelt sich um gemeinschaftliche Einrichtungen mit hauptsächlich soziomedizinischer Betreuung. Im Jahr 2020 wurde 2 neue Strukturen eröffnet, und 8 neue Plätze geschaffen.

Die Arbeitsrehabilitationsdienste haben einen Nutzungsanteil von über 100 Prozent. Insgesamt sind 75 Prozent der Betreuten männlich.


Soziale Inklusion: Im Jahr 2020 ist die Zahl der in den Sozialeinrichtungen aufgenommenen Menschen in sozialen Notlagen, ausländischen Staatsbürger und/oder Flüchtlinge im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen (minus 55 Prozent). Der Rotationsindex in diesen Einrichtungen bleibt aber relativ hoch.

Die deutliche Mehrheit der Betreuten ist männlich (79,9 Prozent). 86 Prozent der Betreuten stammen aus dem Ausland.







stol