Schließlich fallen Anfragen wie jene nach den Öffnungszeiten einer Apotheke nicht unter deren Zuständigkeit.<BR /><BR />Südtiroler greifen gerne auf die einheitliche Notrufnummer 112 zurück. Leider auch, wenn es sich gar nicht um einen Notfall handelt. „Von den knapp 800 Anrufen, die täglich unter der Notrufnummer 112 eingehen, sind rund 35 Prozent irrelevant“, so Dr. Kaufmann. Das sind um die 280 Anfragen. Zum Teil hängt dies damit zusammen, dass verschiedene Personen bei größeren, gut sichtbaren Ereignissen, einen Notruf zum selben Vorfall absetzen – etwa bei einem Waldbrand oder einer Massenschlägerei. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67086161_quote" /><BR /><BR />„Den größten Teil der Fehlanrufe machen allerdings versehentlich getätigte aus“, weiß Dr. Kaufmann. Scherzanrufe hingegen sind in Südtirol äußerst selten. „Sich hier einen Streich zu erlauben, ist nicht gerade schlau, bedenkt man, dass wir die Telefonnummer problemlos zurückverfolgen können und in der Regel auch den Standort des Anrufers kennen“, stellt Dr. Kaufmann klar. „Falls nötig werden die Sicherheitsbehörden in Kenntnis gesetzt.“<BR /><BR />Die Notrufzentrale 112 – auch Einheitliche Notrufzentrale – hat 3 Kernaufgaben. Zuallererst stellt sie fest, ob es sich bei den Anrufen tatsächlich um einen Notfall handelt. Sind die Kriterien erfüllt, wird der Anruf entweder an die Landesnotrufzentrale (LNZ) – Rettungsdienst und Feuerwehr –, an die Exekutive – Carabinieri und Polizei – oder an die Einsatzzentrale der Berufsfeuerwehr weitergeleitet. „Außerdem kann der Ort des Anrufers festgestellt oder zumindest eingegrenzt werden“, informiert Dr. Kaufmann. Und das alles in weniger als einer Minute.<h3> Effiziente Koordination im Notfall</h3>An wen der Ball weitergegeben wird, hängt von der Art des Notfalls ab. „Handelt es sich z. B. um eine Schlägerei, leitet die Notrufzentrale 112 den Anruf direkt an die zuständige Sicherheitsbehörde weiter“, so Dr. Kaufmann. „Ist hingegen ein Feuer ausgebrochen oder ein Unfall geschehen, ist die LNZ der richtige Ansprechpartner.“ Diese wiederum alarmiert dann die zuständige Feuerwehr oder den Rettungsdienst.<BR />Von den Anrufen, die tatsächlich als Notrufe eingestuft wurden, betrafen im Vorjahr 53 Prozent die Notfallmedizin, 35 Prozent die Exekutive, 8 Prozent die Feuerwehr und 4 Prozent Berg- und Wasserrettung. <BR /><BR />„Über das Jahr sind starke Schwankungen bemerkbar“, weiß Dr. Kaufmann. „Aufgrund des Tourismus laufen die Leitungen der Notrufnummer 112 vor allem im Hochsommer und in den Wintermonaten heiß.“ Auch heuer wird mit dem Beginn der Skisaison wieder eine Vielzahl an Anrufen erwartet.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67086165_quote" /><BR /><BR />Die Notrufzentrale 112 wird in Südtirol in Form einer starken Kooperation zwischen dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und der Agentur für Bevölkerungsschutz betrieben. Jeglicher Ausfall würde einer Katastrophe gleichen. „Dementsprechend ist die Zentrale bestens abgesichert“, sagt Dr. Kaufmann. Sollte in Südtirol ein Problem auftreten, werden die Anrufe automatisch nach Trient weitergeleitet. Kommt man den Anrufen z. B. bei einer Extremwetterlage nicht hinterher, besteht die Möglichkeit, die Zentrale über einen eigenen Bereitschaftsdienst mit zusätzlichen Mitarbeitern zu verstärken.<BR /><BR />„Natürlich wäre es ideal, wenn es sich bei jedem Anruf auch tatsächlich um einen Notfall handelt – diese Vorstellung gleicht aber einer Utopie“, schließt Dr. Kaufmann. „Mit der Einführung der einheitlichen Notrufnummer 112 wurde die LNZ bezüglich Fehlanrufen aber auf jeden Fall entlastet.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1087740_image" /></div>