Dienstag, 11. Oktober 2016

König der italienischen Paparazzi muss wieder in Haft

Der zu fünf Jahren Haft verurteilte italienische Skandal-Fotograf Fabrizio Corona, der seit Juni 2015 wegen guter Führung Sozialdienst leistete, kehrt wieder nach Mailand ins Gefängnis zurück.

Der Star-Paparazzo Fabrizio Corona muss erneut hinter Gitter.
Der Star-Paparazzo Fabrizio Corona muss erneut hinter Gitter. - Foto: © LaPresse

Der 41-Jährige soll mindestens eine Million Euro auf einem Bankkonto in Innsbruck deponiert haben, um den Fiskus zu umgehen.

1,7 Millionen Euro in bar wurden zudem versteckt in der Wohnung seiner Managerin gefunden. Die Managerin, die für Corona Geld illegal nach Innsbruck gebracht und dort das Bankkonto eröffnet haben soll, wurde ebenfalls verhaftet. Das Geld soll der populäre Fotograf mit Auftritten in Diskotheken und in Lokalen sowie mit exklusiven Interviews und der Veröffentlichung einer Biografie lukriert haben.

Die Mailänder Staatsanwälte baten die Innsbrucker Kollegen um Unterstützung, berichteten italienische Medien. Ein Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft wollte dies auf APA-Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Corona hatte Stars erpresst

Das Oberste Gericht in Rom hatte Corona 2013 letztinstanzlich zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dutzende Prominente waren von dem Fotografen und seinen Komplizen in den vergangenen Jahren erpresst worden. Corona hatte italienischen Sportlern, Politikern und TV-Sternchen gedroht, unliebsame Fotos von ihnen zu veröffentlichen, falls sie ihn nicht bezahlten.

Der Paparazzi-Skandal war 2007 aufgeflogen. Corona war bereits zuvor wegen versuchter Erpressung und Besitzes gefälschter Banknoten verurteilt worden. Zu den Opfern zählten unter anderem der Ex-Fußballstar David Trezeguet, der bei einer Einvernahme vor dem Staatsanwalt zugegeben hatte, 20.000 Euro für 20 kompromittierende Fotos mit einem Model bezahlt zu haben.

Corona hatte stets seine Schuldlosigkeit beteuert. Es sei üblich gewesen, in kompromittierenden Situationen abgeblitzten VIPs die Bilder zum Kauf anzubieten. Das könne nicht als Erpressung betrachtet werden, meinte der Fotograf.

apa

stol