Samstag, 14. Juli 2018

„Können uns das nicht bieten lassen“

Durch das neue Landesgesetz können Bergbauernhöfe mit vereinfachtem Genehmigungsverfahren Kleinkraftwerke mit bis zu 50 Kilowatt errichten. Dieses „Wahlzuckerle von Landesrat Theiner“ werten die Fischer als mittlere Katastrophe für die Gebirgsbäche, was nicht hingenommen werden könne. Als Markus Heiss, Präsident des Fischereivereins Eisacktal, gestern Vormittag den Artikel 25 des soeben in Kraft getretenen Landesgesetzes Nr. 10/2018 („Omnibus“) studierte, machte sich sofort Empörung breit.

DAs Genehmigungsverfahren werten die Fischer als mittlere Katastrophe für die Gebirgsbäche.
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DAs Genehmigungsverfahren werten die Fischer als mittlere Katastrophe für die Gebirgsbäche. - Foto: © shutterstock

„Das Gesetz wurde vor einem Monat ausgiebig im Landtag diskutiert, Landesrat Theiner hatte signifikante Änderungen gelobt, aber dieses Versprechen hat sich als heiße Luft entpuppt“, verdeutlicht Heiss seine geharnischte, umgehend verschickte Aussendung.

Auf die Palme bringt ihn der Umstand, dass mit dem neuen Passus Bergbauernhöfe mit über 40 Erschwernispunkten Kleinkraftwerke mit bis zu 50 kW mit vereinfachtem Genehmigungsverfahren errichten können – auch wenn sie bereits an das Stromnetz angeschlossen sind. „In diese Kategorie fallen de facto fast alle Bergbauernhöfe, und es ist klar, dass findige Ingenieurbüros nur darauf warten, den Landwirten die 'geschenkte Energie' schmackhaft zu machen“, erklärt Heiss seinen Unmut.

Was für Tausende Bauern ein willkommenes Geschäftsmodell darstellen würde, sei indessen für die Ökologie der Gebirgsbäche als mittlere Katastrophe zu werten. Wasserableitungen bei Gebirgsbächen beinhalten das Risiko, das gesamte Ökosystem zu kippen, weiß Heiss, die Restwasserstrecken drohen zu Rinnsalen zu verkommen.

D/az

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol