Mittwoch, 12. Dezember 2018

Kometenschweif und Sternschnuppen

Kometen gibt es zwar viele, aber nur selten sind sie einfach so am Sternenhimmel sichtbar. Doch jetzt im Dezember, pünktlich zur Weihnachtszeit, wird ein Schweifstern hoch am Abendhimmel stehen: Komet 46P/Wirtanen könnte so hell werden, dass man ihn mit bloßem Auge erkennen kann. Umrahmt wird das Kometen-Spektakel nebenbei auch noch von einem Sternschnuppen-Regen.

Komet 46P/Wirtanen kann die nächsten Tage mit bloßem Auge gesehen werden. - Foto: Nasa
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Komet 46P/Wirtanen kann die nächsten Tage mit bloßem Auge gesehen werden. - Foto: Nasa

Bald funkelt der wohl schönste Sternschnuppen-Schauer des Jahres am Dezemberhimmel: Die Geminiden, aktiv vom 4. bis zum 17. Dezember, erreichen in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember ihren Höhepunkt. Bis zu 120 Schnuppen pro Stunde flitzen dann über den Himmel. In manchen Jahren wurden auch schon rund 200 Geminiden pro Stunde gezählt, wie zuletzt 2011.

Und als besonderes „Special“ gibt's dann auch noch einen Schweifstern am Firmament: Pünktlich zur Weihnachtszeit kommt Komet 46P/Wirtanen wieder zu Besuch. Der am 17. Jänner 1948 vom US-Astronomen Carl Alvar Wirtanen entdeckte Komet gehört zur sogenannten Jupiter-Kometenfamilie. Diese Körper wurden von der Anziehungskraft des Riesenplaneten Jupiter eingefangen und in enge Bahnen im inneren Sonnensystem gezwungen. Mit einer Umlaufdauer um die Sonne von derzeit nur rund 5,4 Jahren besitzt er eine der kürzesten Umlaufperioden aller bekannten Kometen.

Das Perihel (die größte Sonnennähe) von 46P/Wirtanen ist am 13. Dezember 2018, drei Tage später erreicht er die größte Erdnähe (das Perigäum): Am 16. Dezember ist der Komet, der etwas mehr als einen Kilometer im Durchmesser groß ist, „nur“ noch gut elf Millionen Kilometer von uns entfernt - etwa dreißigmal weiter als der Mond.

Komet als diffuser Fleck zu sehen

Die scheinbare Helligkeit von 46P/Wirtanen wird voraussichtlich auf 3 mag oder mehr steigen. Anders als bei einem Stern, dessen punktförmiges Licht klarer zu sehen ist, verteilt sich aber die angegebene scheinbare Helligkeit bei dem Kometen auf seine Koma, die diffuse Wolke aus Staub und Gas, die den Kometenkern umgibt und von der Erde aus gesehen immer größer wird. Mit anderen Worten: ein schimmernder Matschfleck, der nicht so gut zu sehen ist wie ein 3 mag heller Stern. 

Sein Leuchten kommt von der grünlichen Koma, einer riesigen Wolke aus Gas und Staub, die den dunklen Kometenkern umgibt und für uns eher einen diffusen Lichtfleck bildet. Diese Koma ist aus unserer Sicht jetzt schon etwa so groß wie der Vollmond. In guten Ferngläsern oder Teleskopen ist nicht nur die Koma deutlich zu sehen, sondern auch der noch sehr feine Schweif des Kometen.

Um den 16. Dezember, wenn der Komet am hellsten ist, steht leider der fast volle Mond sehr nah bei dem Kometen und überblendet ihn. Nutzen Sie daher lieber die Nächte davor oder danach: Zu Weihnachten ist der Mond wieder weit genug entfernt und der Schweifstern sollte wieder gut zu sehen sein. Dann entfernt er sich allmählich aber wieder von uns und wird allabendlich dunkler.

apa/stol/vs

stol