Mit seinen willkürlich erhobenen und je nach Tagesform wechselnden Strafzöllen hat er die Weltwirtschaft um Jahre zurückgeworfen – und die europäische Sicherheitsarchitektur mit dem unverschämten Besitzanspruch auf Grönland wohl unwiederbringlich beschädigt. Ganz zu schweigen von seinem „Friedensrat“, den der US-Präsident – selbstverständlich unter seinem Vorsitz – als Konkurrenz zur UNO aufbauen will.<BR /><BR />Um dem imperialistischen Egomanen Einhalt zu gebieten, bedarf es jedoch ausnahmsweise nicht jener Werkzeuge, die bisher für seriöse Politik standen: Diplomatie, Kompromissbereitschaft, Verständnis. Und auch die unwürdigen Schmeicheleien à la Infantino und Machado mit der Verleihung von Friedens(nobel)preisen an den bauchgepinselten Trump haben zwar hohes Fremdschämpotenzial, aber wenig nachhaltige Wirkung. Die Geschichte erinnert ein wenig an das Andersen-Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Wer in diesem Albtraum hat den Mut, dem Präsidenten zu sagen, dass er nackt ist? <BR /><BR />Einen ersten Versuch haben die Europäer nun in der Causa Grönland unternommen: Die größte Insel der Welt steht weder zum Verkauf, noch kann sie von den Amerikanern widerstandslos eingenommen werden. Und sollte es Strafzölle geben, wird die Handels-Bazooka in Stellung gebracht. Dies war die unmissverständliche Botschaft, die Trump aus dem Alten Kontinent vernahm und die ihn zumindest momentan in seinem Expansionshunger zurückrudern ließ. Der gelernte Immobilienmakler braucht rote Linien und eine klare Kante als Stoppzeichen; jede Art von Nachgiebigkeit verachtet er als Schwäche.<BR /><BR />„In jeder Krise steckt eine Chance“, lautet eine Plattitüde. Vielleicht schafft es Europa als Folge der Trumpschen Gängeleien endlich, Stärke zu zeigen, mit einer Stimme zu sprechen und sich endgültig vom vormals „großen Bruder“ Amerika abzunabeln. Die wirtschaftliche Power hat das Staatenkonglomerat mit seinen fast 500 Millionen Einwohnern schon, militärisch muss nachgebessert werden. Auch wenn es pathetisch klingt: Es geht um nicht weniger als die Verteidigung unserer höchsten Güter, Freiheit und Demokratie. Wenn wir sie nicht schützen, werden wir früher oder später zwischen den autokratischen Blöcken dieser Welt aufgerieben. <BR /><BR /> <a href="mailto:klaus.innerhofer@athesia.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">klaus.innerhofer@athesia.it</a>