<b>Von Christoph Höllrigl</b><BR /><BR />Keine brutalen Videoschnipsel auf TikTok oder YouTube, keine Bilder unrealistischer Schönheitsideale auf Instagram und kein Mobbingkommentar auf Facebook: Für australische Kin<?TrVer> der und Jugendliche unter 16 Jahren ist genau das seit Dezember 2025 Realität.<BR /><BR />Dort wurde nämlich das weltweit erste Social-Media-Verbot eingeführt, dem nun zahlreiche europäische Staaten nacheifern.<BR /><BR /><h3> Gebhard: Vorschläge von mehreren Parteien</h3>Zu diesen Staaten gehört auch Italien. Die Forderungen nach einer Regelung wurden letzthin in Rom immer lauter, wie die SVP-Kammerabgeordnete Renate Gebhard bestätigt: „Es gibt Vorstöße und Gesetzesentwürfe von verschiedenen Parteien – von Fratelli d'Italia über die Lega bis hin zum PD.“<BR /><BR />Sie selbst hält eine baldige Regelung „für notwendig und sinnvoll“ und kann sich zudem vorstellen – wie teils angedacht –, die Altersgrenze bereits bei 15 Jahren einzuziehen. „Ich glaube nämlich, dass wir unsere Kinder und Jugendlichen ein Stück weit schützen müssen.“ Als Argument zähle laut Gebhard aber nicht nur der Schutzgedanke: „Kinder und Jugendliche sollten ihre Zeit in reelle soziale Beziehungen und sinnvollere Freizeitaktivitäten wie Sport und Musik investieren.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-73497311_quote" /><BR /><BR />Zur Notwendigkeit eines Verbots herrsche in Rom weitgehend Konsens. Auch Bildungsminister Giuseppe Valditara (Lega) befürwortet eine rasche Regelung. Wie das Verbot im Detail aussehen soll, dazu gibt es freilich unterschiedliche Ansichten – und selbst in der Regierungsmehrheit bestehe keine geschlossene Meinung dazu, wie Gebhard weiß. So sei bislang auch kein Vorschlag in der zuständigen Gesetzgebungskommission auf die Tagesordnung gekommen, was aber notwendig wäre, damit die parlamentarische Debatte beginnen kann. Dennoch glaubt die Kammerabgeordnete, „dass in nächster Zeit sehr wohl Bewegung ins Thema kommen wird.“<BR /><BR />Parallel zu den Initiativen in Italien und anderen Ländern gibt es auf europäischer Ebene Bestrebungen für ein einheitliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Renate Gebhard dazu: „Wenn die Europäer es zeitnah hinkriegen, dann ist das sicher die bessere Lösung. Aber wenn sich das in die Länge zieht, dann befürworte ich doch, dass die einzelnen Staaten aktiv werden.“<BR /><BR />Was den Zeithorizont angeht, schätzt sie: „Bis 2027 ist es realistisch, dass es eine Regelung gibt.“<h3> Auch Südtiroler Landtag diskutiert ein Verbot</h3>Ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche beschäftigte vergangenen Donnerstag auch den Südtiroler Landtag. Dabei wurde ein Begehrensantrag des SVP-Fraktionsvorsitzenden Harald Stauder angenommen. Das italienische Parlament und die Regierung werden darin aufgefordert, sich für weitere Einschränkungen bei sozialen Medien einzusetzen und auf EU-Ebene eine einheitliche Regelung anzustreben.<h3> Dorfmann: Nein zu Verbot, aber ja zu Content-Kontrolle</h3>EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann zeigt sich hingegen skeptisch – und das in zweierlei Hinsicht. Einerseits, was das schnelle Handeln auf EU-Ebene angeht: „Neue Verbote zu machen und damit zum Prügelknaben zu werden, ist derzeit in der EU nicht die vorherrschende Position.“ Durch die nationalen Vorstöße komme man dort eher unter Zugzwang, „einen rechtlichen Fleckerlteppich zu verhindern.“ Dabei müsse vor allem geprüft werden, welche Möglichkeiten der bereits bestehende „Digital Services Act“ <I>(Anm. d. Red.: EU-Verordnung mit Haftungs- und Sicherheitsvorschriften für digitale Plattformen, Dienste und Produkte</I>) in diesem Zusammenhang biete. Nun sei erst einmal zu beobachten, in welcher Form und wie schnell einzelne Staaten in dieser Sache vorgehen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73497315_quote" /><BR /><BR />Andererseits ist Dorfmann kein Freund eines strikten Verbotes von TikTok, Instagram & Co. für Kinder und Jugendliche; nicht zuletzt, weil die ersten Erfahrungen aus Australien zeigten, dass dieses relativ leicht zu umgehen sei. Der EU-Parlamentarier spricht sich vielmehr für eine verpflichtende Altersangabe bzw. -überprüfung aus. „Algorithmen und KI könnten dann dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche unter einem bestimmten Alter bestimmten Content einfach nicht angezeigt bekommen“, erklärt Dorfmann. Die Kinder und Jugendlichen könne man dadurch ebenso schützen. Dieses Ziel sei freilich unbestritten.