„Wichtiger Hinweis: Das MMM Dolomites bleibt geschlossen“: Mit dieser Mitteilung auf seiner Internetseite informiert das Museum über die diesjährige Schließung. Das Büro des Messner Mountain Museum (MMM) bestätigt den Schritt, weitere Stellungnahmen dazu gebe es nicht, heißt es auf Nachfrage. <BR /><BR />Betroffen ist einer der spektakulärsten Standorte der Messner Mountain Museen. Das auf 2.181 Metern Höhe gelegene „Museum in den Wolken“ wurde 2002 in einem restaurierten Festungsbau aus dem Ersten Weltkrieg eröffnet. Es widmet sich der Geschichte des Alpinismus in den Dolomiten und gilt als eines der markantesten Häuser im Museumsnetzwerk von Reinhold Messner.<BR /><BR />Laut Medienberichten bleibt auch das „Base Camp“ im Tal geschlossen. Dort ergänzt Reinhold Messner den Begegnungsraum zum UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten mit der Ausstellung „MMM Archive“. Wie ein tatsächliches Base Camp dient es als Bindeglied zwischen dem Dorf und dem auf dem Berg liegenden Museum. Vorerst eingestellt wird auch der Zubringerdienst, mit dem die Gemeinde Besuchern den Zugang zum Museum erleichterte.<BR /><BR />Hinter der Schließung dürfte ein seit Wochen schwelender Streit mit der Gemeinde stehen. Diese stand bis zu den Neuwahlen Ende Mai unter der kommissarischen Verwaltung von Antonio Russo, der nach Medienberichten rund 190.000 Euro an ausstehenden Mietzahlungen und Vertragsstrafen für das Museum einforderte. Nach Darstellung der Verwaltung sei für die Nutzung des Gebäudes seit 2014 keine Miete mehr entrichtet worden. Der ursprüngliche Mietzins soll bei 5.000 Euro jährlich gelegen haben. Durch vertraglich vorgesehene Strafzahlungen sei die Forderung auf die heutige Summe angewachsen.<BR /><BR />Eine Stellungnahme der Betreiber liegt bislang nicht vor. Magdalena Messner, die Tochter des Extrembergsteigers und seit 2017 Leiterin des Museumsverbundes, werde sich zu den Vorwürfen nicht öffentlich äußern, heißt es aus dem MMM-Pressebüro. Auch Reinhold Messner selbst, der die Museen gegründet hat, heute aber nur mehr das Reinhold Messner Haus am Helm führt, will die Vorwürfe nicht kommentieren. Mit ihm habe niemand Kontakt aufgenommen, sagte er auf Nachfrage.<BR /><BR />Ganz unumstritten scheinen die Darstellungen der Gemeinde, die nun auch Gegenstand von Ermittlungen sind, allerdings nicht zu sein: In italienischen Medienberichten ist unter Berufung auf die Bergsteigerlegende von einer früheren Vereinbarung mit der Gemeindeverwaltung die Rede. Demnach soll diese im Gegenzug für die Einrichtung und Betreuung von Ausstellungsräumen im „Base Camp“ auf die Einhebung des Mietzinses für das Museum am Monte Rite verzichtet haben.<BR /><BR />Wie es mit dem MMM auf dem Monte Rite weitergeht, ist derzeit offen. Für die Gemeinde steht viel auf dem Spiel: Das „Museum in den Wolken“ zählt zu den wichtigsten touristischen Attraktionen im Cadore. Der vor Kurzem neu gewählte Bürgermeister Matteo Posa bemüht sich daher um eine Klärung der Angelegenheit mit den Betreibern. Er hofft, den Konflikt im Gespräch beilegen und an die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre anknüpfen zu können.