Mittwoch, 22. April 2015

Kontrollen: Polizeigewerkschaft kritisiert Österreich

Italiens Polizeigewerkschaft SIULP kritisiert Österreich wegen der strengen Flüchtlingskontrollen am Brennerübergang. Die trilateralen Streifen aus italienischen, österreichischen und deutschen Polizei würden täglich Flüchtlinge in den Zügen in Bozen und Sterzing aufhalten. Dies belaste die italienische Polizei besonders stark, die im Umgang mit den Flüchtlingen allein gelassen sei.

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Foto: © D

„Jeden Tag treffen rund 100 Flüchtlinge in Südtirol ein, die versuchen, nach Norden weiter zu reisen. Während wir verhindern, dass fünf Flüchtlinge in den Zug steigen, klettert eine andere Gruppe in den nächsten Waggon“, sagte der Sprecher der Polizeigewerkschaft, Mario Deriu, nach Angaben italienischer Medien. Das sei wie der Versuch, einen reißenden Strom aufzuhalten.

„Sinn der trilateralen Polizeistreifen ist Prävention und Verbrechensbekämpfung: Aber wer vor Terror, Krieg und Gewalt flieht, begeht doch kein Verbrechen“, sagte Deriu. Es brauche „sofort“ politische Lösungen auf internationaler Ebene. Bei einem Treffen in Bozen wurde am Dienstag beschlossen, dass die trilateralen Streifen in den Zügen zwischen Trient und dem Brenner fortgesetzt werden.

5000 Flüchtlinge mussten wieder nach Italien

In den internationalen Zügen fährt seit November eine Polizeistreife mit je einem Beamten aus Italien, Österreich und Deutschland von Trient bis zum Brenner mit. So werden Flüchtlinge ohne gültige Reisepapiere auch schon in Bozen aus dem Zug gewiesen.

Rund 5000 Flüchtlinge wurden 2014 am Brenner von der österreichischen Polizei nach Italien rückgeführt, teilte die italienische Polizei mit. Kürzlich wurde von der Landesregierung eine Anlaufstelle für Flüchtlinge im Bahnhofsgelände am Brenner eingerichtet.

apa

stol