Welche Maßnahmen dafür nötig sind und wie das Gelände dabei genutzt wird, wird derzeit untersucht.<BR /><BR />Überflutungsflächen sind Gebiete, die im Alltag ganz normal genutzt werden – im Fall des Sterzinger Flugplatzes von Landwirten und den (Modell-)Flugvereinen – und im Hochwasserfall gezielt Wasser aufnehmen. Die Agentur für Bevölkerungsschutz plant diese Flächen so, dass Überschwemmungen kontrolliert ablaufen können. <BR /><BR />„Im Fall von Hochwasser können diese Retentionsräume geflutet werden, um sicherzustellen, dass die talwärts fließenden Wassermassen aufgehalten bzw. abgebremst werden“, erklärt Klaus Unterweger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz.<BR /><BR />Der Sterzinger Flugplatz, 44 Hektar groß, eignet sich gut dafür. Im Sommer 2024 ist er vom Militär an das Land übergegangen. Er liegt im „Einzugsgebiet“ von drei Fließgewässern, deren Pegel mitunter stark ansteigen können: Eisack, Mareiter Bach und Pfitscher Bach. <BR /><BR />„Bei außergewöhnlich starken Niederschlägen muss man genau beobachten, wie viel Wasser der Eisack als Flusslauf aufnehmen kann, welche Rückhaltekapazität der Stausee Franzensfeste bietet und wie viel das Bachbett des Eisack ab Brixen flussabwärts noch ableitet“, so Unterweger. <h3> Wenn Eisack und Rienz anschwellen, wird's kritisch</h3>Kritisch werde es, wenn auch die östliche Landeshälfte betroffen sei und Zuflüsse wie Gader, Ahr oder Rienz anschwellen. Dann können sich nämlich Hochwasserspitzen bilden, besonders dort, wo Rienz und Eisack in Brixen zusammenfließen. <BR /><BR />„Wenn man in einem solchen Fall einen Raum wie das Gelände des Flugplatzes in Sterzing zur Verfügung hat, um Wassermassen aus dem Norden zurückzuhalten und zeitverzögert abfließen zu lassen, kann man die weiter südlich gelegenen Ortschaften wirksam vor Hochwasser schützen“, erläutert er.<BR /><BR />Es seien aber noch genaue Analysen notwendig: „Es muss untersucht werden, wie sich der Mareiter Bach, der Pfitscher Bach und der Eisack in dieses Becken entladen können. Es braucht eine Reihe von Studien, um zu klären, welche Infrastrukturen – zum Beispiel Durchlässe – erforderlich sind, welche Schutzmaßnahmen und welche technischen Lösungen sinnvoll erscheinen“, sagt Unterweger. <BR /><BR />Berechnet wird dabei zudem, bei welchen Niederschlagsereignissen welche Bereiche des Flugplatzes überflutet werden. Zu beachten ist auch, dass sich die drei Flüsse neben Staatsstraße, Autobahn bzw. Eisenbahn befinden. <h3> Analysen und Zukunftspläne für das Areal</h3>Sobald Studien und Planung etwas weiter fortgeschritten seien, werde man auch die Gemeinde und die Infrastrukturbetreiber mit einbinden. Von Seiten der Gemeinde Sterzing besteht der Wunsch, dass auf dem Gelände auch eine neue Naherholungszone für die Bürgerinnen und Bürger entstehen soll. <BR /><BR />„Das ist durchaus vorstellbar, sofern eine solche Naherholungszone mit dem Zweck eines Retentionsbeckens kompatibel ist. Aus unserer Sicht ist es aber noch zu früh, um konkret darüber zu sprechen“. Die Nutzung des Areals für den Hochwasserschutz sei in jedem Fall eine „einmalige Chance“.