Montag, 25. September 2017

Kortsch: Giftanschlag auf pestizidfreie Apfelanlage - VIDEO

Ägidius Wellenzohn, Vorreiter im Bio-Obstanbau und SVP-Vertreter im Glurnser Gemeinderat, betreibt eine von wenigen Apfelanlagen in Südtirol, in denen überhaupt nicht gespritzt wird. Jetzt wurde seine Obstanlage in Kortsch in der Gemeinde Schlanders durch einen Giftanschlag mit Glyphosat teilweise zerstört.

Die Obstanlage von Ägidius Wellenzohn in Kortsch in der Gemeinde Schlanders wurde durch einen Giftanschlag mit Glyphosat teilweise zerstört. - Foto: wunderwerkstatt
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Die Obstanlage von Ägidius Wellenzohn in Kortsch in der Gemeinde Schlanders wurde durch einen Giftanschlag mit Glyphosat teilweise zerstört. - Foto: wunderwerkstatt

Das Gift, das der Malser Aktivist Wellenzohn 30 Jahre lang von seinen Äpfeln fern gehalten hat, wurde dort jetzt in einer Nacht und Nebel Aktion ausgebracht. Die ersten drei Baumreihen des Bio-Bauern wurden mit dem Total-Herbizid Glyphosat besprüht. 

Das Video der zerstörten Obstanlage sehen Sie hier.

500 Bäume sind zerstört

Bereits am 8. September wurden in der Anlage von Wellenzohn routinemäßig Proben entnommen. Kurze Zeit später verfärbten sich die Blätter der Apfelbäume braun und die Äpfel begannen bei leichter Berührung vom Baum zu fallen. Am 21. September wurde Ägidius Wellenzohn darüber informiert, dass die Rückstandsproben positiv waren. Seine Apfelbäume waren mit Glyphosat zerstört worden.

Wie der Malser Aktivist am Montag gegenüber STOL bestätigt, seien an die 500 Bäume betroffen.

Schaden von mehreren Tausend Euro

"Ich kann noch immer nicht begreifen, wer zu so etwas fähig sein kann", erzählt Ägidius, dem ein Schaden von Zehntausend Euro entstanden ist. "Wieso kann diese Person nicht auf andere Weise Dampf ablassen", sagt er in Anspielung auf den Täter, der vermutlich mit einem Handspritzgerät durch die Anlagen gegangen ist.

Wellenzohn wird Anzeige erstatten

Voraussichtlich wird die Apfelanlage von Wellenzohn nun zurückgestuft. Sein Betrieb, in dem seit 30 Jahren weder biologische noch konventionelle Pflanzenschutzmittel ausgebracht wurden, gilt dann als Umstellungsbetrieb, ganz so als ob er die letzten Jahrzehnte konventionellen oder integrierten Anbau betrieben hätte.

Wie Wellenzohn gegenüber STOL betont, kann er sich nicht erklären, wer für die Tat verantwortlich sein könnte. Er hat wegen des Giftanschlags bei den Carabinieri Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

stol

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