„Etwas scheint da bei uns nicht in die richtige Richtung zu laufen“, sagt die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa besorgt. <BR /><BR /><BR /><BR />Die Energiekosten sind bereits explodiert. Durch den Krieg in der Ukraine steht nun wohl eine weitere Teuerung von Strom und Gas bevor. Dabei fließen bereits jetzt fast die Hälfte der monatlichen Ausgaben eines Südtiroler Haushaltes in Wohn- und Wohnnebenkosten. „Wir müssen aufpassen, dass das nicht ein Kampf unter den Schwachen im Land wird“, warnt Brigitte Foppa von den Grünen.<BR /><BR />Auf ihre Anfrage hin hat das Landesstatistikinstitut ASTAT vergangenen Freitag Zahlen zu den Wohn- und Wohnnebenkosten vorgelegt. Aus diesen geht deutlich hervor, dass die Südtiroler seit dem Jahr 2000 für Miete, Strom und Wasser immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Wie aus den Daten ersichtlich, ist der Anteil, den die Südtiroler monatlich für Wohn- und Wohnnebenkosten berappen müssen, in 20 Jahren um 11 Prozent gestiegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="741092_image" /></div> <BR />„Es ist nicht nur ein Gefühl, dass das Wohnen so viel ausmacht. Etwas scheint da bei uns nicht in die richtige Richtung zu laufen“, sagt Foppa besorgt. Ein Vergleich mit dem benachbarten Ausland zeige, „dass wir uns in Südtirol in völlig anderen Größenordnungen bewegen“. In Deutschland geht das Bundesstatistikamt von 26 Prozent Anteil der Wohnkosten aus, in Österreich von 25, in der Schweiz von 15 Prozent. Und in anderen Regionen Italiens beträgt der Anteil der Wohnkosten an den monatlichen Ausgaben zwischen 14 und 21 Prozent. Im Vergleich dazu: In Südtirol betrug 2020 der Anteil der Wohn- und Wohnnebenkosten zu den monatlichen Gesamtausgaben 41 Prozent.<h3> „Mittelstand tut sich schwer“</h3>Höchste Zeit also, dass Südtirol gegensteuert. Mit dem von der Landesregierung vergangene Woche beschlossenen einmaligen Energiebonus über 500 Euro für soziale Härtefälle allein sei es laut Foppa sicher nicht getan. „Die Belastung, die die Menschen spüren, wird immer größer.“ Vor allem auch der Mittelstand tue sich immer schwerer.<BR /><BR />Gebremst werden soll die Preisspirale u.a. durch das neue Wohnbaugesetz. Neben einer Neuordnung des sozialen Wohnbaus ist darin auch eine Splittung des Landesmietzinses vorgesehen. So sollen Bozen und Meran einen höheren Mietzins bekommen als das restliche Land.<BR /><BR /><embed id="dtext86-53092072_quote" /><BR /><BR /> „Ein möglicher Ansatz, auch wenn das Risiko groß ist, dass in den Städten der ohnehin schon überhitzte Wohnungsmarkt noch weiter angeheizt wird und eine Flucht in die Peripherie einsetze“, gibt Foppa zu bedenken. „Wir werden um ein öffentliches Bauprogramm nicht herumkommen, sonst wird es ein Kampf unter den Schwachen.“ Und auch eine Erhebung samt höherer Besteuerung der Leerstandes sei unumgänglich.<BR /><BR />Dass es mit dem 500 Euro-Bonus für Mindestrentner und Geringverdiener nicht getan ist, ist auch SVP-Obmann Philipp Achammer klar. Unabhängig vom Gesetz zur höheren Besteuerung leer stehender Immobilien, das erst im April im Landtag behandelt wird, gebe es laut Achammer weitere Möglichkeiten, die hohen Lebenshaltungskosten im Land abzufedern. „Etwa durch die Inflationsanpassung bestehender Unterstützungsmaßnahmen wie etwa der Studienstipendien“, so Achammer. Er warnt allerdings vor einem Schnellschuss. Es gehe darum, Prioritäten zu setzen. „Denn wir werden Abstriche machen müsse, weil wir können ja das Geld nicht herbeizaubern“, so Achammer.<BR />