Mittwoch, 15. August 2018

"Kräuterbuschn" bringen Glück und Segen

In der heimischen Kultur spielen die Heilkraft der Kräuter eine besondere Rolle. Im Kräuterstrauß, der am Hochunserfrauentag am 15. August zur Weihe in die Kirche gebracht wird, vereinen sich Kräuter und Blumen, die Gesundheit bringen und Unheil fernhalten sollen.

Die Sträuße aus Kräutern werden am 15. August geweiht. - Foto: Armin Huber
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Die Sträuße aus Kräutern werden am 15. August geweiht. - Foto: Armin Huber

Es ranken sich viele Mythen und Traditionen um die Blumen und Kräuter aus dem Bauerngarten. „Neben der Bibel handeln die ersten gedruckten Bücher von der Heilkraft der Kräuter. Meine Gäste sind immer wieder fasziniert, wenn ich ihnen von den vielen Anwendungsmöglichkeiten der Kräuter aus meinen Hausgarten erzähle,“ sagt die Hof- und Gartenführerin Rita von Unterrichter vom Hof Kampan aus Sarns bei Brixen.

Sie weiß auch über den Brauch des "Kräuterbuschn", der am 15. August zu Mariä Himmelfahrt zur Weihe in die Kirche gebracht wird, Bescheid: „Der Brauch der Kräuterweihe geht im Christentum auf eine Legende zurück: Als die Apostel nach dem Tod und der Himmelfahrt Mariens deren Sarg öffneten, war dieser voll mit Lilien, Rosen und Kräutern aus Mariens Garten gefüllt.“

Anzahl der Kräuter richtet sich nach symbolischen und heiligen Zahlen 

Die Zahl der Kräuter variiert je nach Gegend. Auf alle Fälle sollte es eine symbolische oder eine heilige Zahl sein. 3 Kräuter stehen für die Dreifaltigkeit, 7 Kräuter für die 7 Sakramente und 12 Kräuter für die Anzahl der Apostel. Auch die Vervielfältigung dieser heiligen Zahlen sind heute noch überliefert. Meist werden 7 Kräuter hineingebunden. Beliebt sind die Königskerze, Johanneskraut, Rainfarn, Eberraute, Frauenmantel, Beifuß, Schafgarbe.

„Nach der Weihe in der Kirche,“ so Rita von Unterrichter, „wird der kunstvoll gebundene Strauß getrocknet und im Herrgottswinkel der Stube für ein Jahr aufbewahrt, was Glück und Segen, Gesundheit für Mensch und Vieh bringen, und Unheil fernhalten soll. Fein zerriebene Blätter werden dem kranken Vieh ins Futter gegeben, um so den Segen der Kirche auch auf das Vieh zu übertragen.“

Landauf, landab bereiten Ortsgruppen der Südtiroler Bäuerinnenorganisation Kräutersträuße vor und verteilen sie nach der Segnung am Hochunserfrauentag. „Als Bäuerinnenorganisation ist es uns ein Anliegen diese gelebte Tradition weiterzuführen, die vor allem von uns Frauen gepflegt wird“, sagt Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer.

stol