Der ehemalige Landesrat für Energie und Umwelt, Michl Laimer, und der Ex-Generaldirektor der SEL AG, Maximilian Rainer, sind von der Bozner Staatsanwaltschaft ins Ermittlungsregister eingetragen worden.Gegen sie gibt es drei Verdachtsmomente: Amtsmissbrauch, Betrug und die Beeinflussung einer Ausschreibung.Beide haben erst vor wenigen Wochen den SEL-Prozess abgeschlossen.Das Gericht sprach sich Ende Februar für zwei Vergleiche aus.Laimer und Rainer können anstelle der Haftstrafen - zwei Jahre und acht Monate für den Ex-Landesrat und zwei Jahre und sechs Monate Haft für den ehemaligen SEL-Direktor - Sozialarbeit leisten.Plan erst nach dem Abgabedatum erstellt?Die Beamten der Carabinieri-Sondereinheit ROS hatten am Mittwoch die telematischen Unterlagen der SEL zum Kraftwerk Laas-Martell durchforstet.Wie berichtet, war die Konzession der SEL zugesprochen worden, vor dem Wassergericht in Rom hängt ein Verfahren.Angestrengt hat es das Konsortium der Vinschger Gemeinden, weil der Verdacht bestehe, dass bei der Kozessionsvergabe getrickst worden sei.Dieser Verdacht scheint sich nun erhärtet zu haben. Abgabetermin für die Unterlagen beim Amt für Stromversorgung war der 6. Februar 2006. Somit müssten Umweltplan und technischer Bericht, die von der SEL für dieses Projekt erstellt wurden, ein vorheriges Datum tragen.Gefunden haben die Beamten des ROS dieses Dokument aber nicht. Dafür sind zwei andere technische Berichte aufgetaucht: Einer vom Ende Februar, der von den Ermittlern im Moment aber nicht als relevant eingestuft wird. Es dürfte sich um eine Art Entwurf handeln.Mehr interessieren sich die Fahnder für das zweite Dokument, das um den 20. April datiert sein soll. Und das wirft Fragen auf.Wohin ist der Plan, der bis zur Einreichefrist für die Ausschreibung vorliegen musste, verschwunden bzw. gab es ihn überhaupt?Und welchen Zweck sollte ein Plan überhaupt haben, der erst lange nach der Einreichefrist vom 6. Februar erstellt wurde?Nach derzeitigem Ermittlungsstand deuten für die Fahnder alle Indizien auf eine Manipulation hin: Der Plan könnte erst nach dem Abgabedatum erstellt und somit nachträglich ausgetauscht und in die Unterlagen eingefügt worden sein.Wie die Pläne für die ENEL-Großkraftwerke soll nämlich auch jene für das Kraftwerk Laas-Martell im Büro des früheren Energielandesrates Michl Laimer „geschlummert“ haben, glauben die Ermittler.Die Hinweise, wonach auch beim Kraftwerk Laas-Martell nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein könnte, hatten die Fahnder im Zuge der ENEL-Ermittlungen gefunden.