Freitag, 14. Mai 2021

Bozen: Hochtechnologie im Kampf gegen Krebs

Am Freitag wurde der neue, hochtechnologische Linearbeschleuniger des betrieblichen Dienstes für Strahlentherapie im Südtiroler Sanitätsbetrieb in der Bonvicini-Klinik in Bozen der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Die offizielle Vorstellung des neuen Linearbeschleunigers des betrieblichen Dienstes für Strahlentherapie fand im kleinen Rahmen und im Freien auf der Terrasse der Bonvicini-Klinik statt. Martin Maffei, Primar des betrieblichen Dienstes für Strahlentherapie, konnte unter anderem den Generaldirektor sowie den Sanitätsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Florian Zerzer und Pierpaolo Bertoli, den Bezirksdirektor Umberto Tait, sowie den Geschäftsführer der Bonviciniklinik, Paolo Bonvicini und weitere Vertreten des Sanitätsbetriebes und Gesundheitsbezirks Bozen begrüßen. Auch der Landesrat für Gesundheit, Thomas Widmann, übermittelte seine Grüße und Erfolgswünsche direkt an den Primar Martin Maffei.

Der neue Linearbeschleuniger vervollständigt die bereits hochtechnologische Ausstattung des betrieblichen onkologischen Strahlendienstes des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Die nun insgesamt drei Linearbeschleuniger der neuesten Generation arbeiten sehr schnell und hochpräzise. Das bedeutet ein noch umfassenderes Angebot für onkologische Patientinnen und Patienten im Kampf gegen Krebs. Trotz der herausfordernden Pandemiezeiten und auch während der Notstandsituation ging der Austausch des so wichtigen Gerätes reibungslos vonstatten.




„Wir konnten trotz Pandemiezeit und Notstandsituation allen unseren onkologischen Patientinnen und Patienten ihre Bestrahlung garantieren - dank des unermüdlichen Einsatzes des gesamten Strahlentherapie-Teams und des Dienstes. Durch den Rückhalt der Verantwortlicheren des Südtiroler Gesundheitswesens können wir nun auch unser umfassendes Angebot erweitern und onkologischen Patientinnen und Patienten eine schonendere und hochpräzise Strahlentherapie anbieten“, unterstrich der sichtlich zufriedene Primar Martin Maffei, bevor er das Wort an den Generaldirektor, Florian Zerzer überreichte. Zerzer betonte in seinen Grußworten die enormen Fortschritte, die im Bereich der onkologischen Strahlentherapie sowie allgemein in der Onkologie in den vergangenen Jahren gemacht wurden.

„Der Südtiroler Sanitätsbetrieb wird auch in Zukunft in Ressourcen investieren, um eine moderne Behandlung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Auch gibt es eine wunderbare Zusammenarbeit im Rahmen der Euregio mit der Strahlentherapie der Universitätsklinik Innsbruck und der Strahlentherapie der Protonentherapie Trient, um das strahlentherapeutische Angebot zu erweitern“, so Zerzer. Auch Pierpaolo Bertoli und Umberto Tait unterstrichen die hervorragende Arbeit des betrieblichen Dienstes, dankten den Mitarbeitern für ihren Einsatz und lobten die langjährige und gute Zusammenarbeit mit der Bonviciniklinik.

Nach den Grußworten und den Danksagungen erfolgte die Segnung des neuen Linearbeschleunigers durch Bischof Ivo Musner. Unter Einhaltung der geltenden Anti-Covid19-Regelungen war dann auch eine Besichtigung des Dienstes in Kleingruppen möglich. Primar Maffei führte durch die Räumlichkeiten und stand für Fragen zur Verfügung.
Mit der Inbetriebnahme des neuen Linearbeschleunigers gehen einige Neuerungen einher. So wird nun im Eingangsbereich der jeweiligen Behandlungsräume ein Gesichts-Scanner eingesetzt, der jeden Patienten und jede Patientin auf Basis biometrischer Gesichtserkennung zweifelsfrei identifiziert. An allen neuen Linearbeschleunigern befinden sich jetzt auch Zusatzgeräte für atemgesteuerte Bestrahlung. Dabei wird mit Hilfe eines Oberflächenscanners die Atmung des Patienten in Echtzeit aufgenommen. Dies führt bei der Behandlung von Brustkrebspatientinnen zu einer noch größeren Schonung des Herzens, was besonders bei Patientinnen, die gleichzeitig eine Chemotherapie oder Antikörpertherapien bekommen, wichtig ist. Auch wurde ein neues System zur Patientenpositionierung installiert, das in dieser Kombination das erste in Italien ist. Es ermöglicht eine submillimetrische Positionierungs- und Überwachungsgenauigkeit in der strahlentherapeutischen Behandlung.

Primar Martin Maffei: „Damit kann die Qualität der Radiochirurgie und der fraktionierten stereotaktischen Bestrahlung weiter verbessert werden. In naher Zukunft wird auch die künstliche Intelligenz in der Strahlentherapie Einzug halten, aber nichtsdestotrotz ist es wichtig in Ärzte, Techniker und Pflegepersonal zu investieren. Gerade weil die Strahlentherapie eine sehr technische Disziplin ist und besonders hier eine empathische Patientenbetreuung umso wichtiger ist. Die Hauptaufgabe des Radioonkologen und der Radioonkologin ist es, den Patienten auf die für ihn beste klinische Strahlentherapiebehandlung vorzubereiten und dies gemeinsam mit Spezialisten im Bereich der Röntgentechnik und Medizinphysik - mit Hilfe modernster technischer Mittel und nach den neuesten wissenschaftlichen Standards.“

Radioonkologen seien Mediziner mit einem großen technischen und klinischen Wissen, so Maffei weiter. Sie verfügten über eine ganzheitliche Vision der Krebstherapie und säßen allen multidisziplinären Tumorkonferenzen bei und beteiligten sie sich aktiv an allen Entscheidungen, die für eine Krebsbehandlung wichtig sind. Die Strahlentherapie sei kostengünstig und könne in einigen Fällen sogar die chirurgische und chemotherapeutische Behandlung ersetzen. Sie sei ein zentraler Bestandteil der Krebstherapie und während der Pandemiezeit, in der chirurgische Eingriffe minimiert werden mussten, war die Rolle der Strahlentherapie umso wichtiger. Die Strahlentherapie spiele bei kurativen Behandlungen eine fundamentale Rolle, bereits bei vier von zehn Patienten und Patientinnen komme eine Strahlentherapie zum Einsatz.

„Die strahlentherapeutische Behandlung ist immer eine Teamarbeit zwischen Ärzten, Röntgentechnikern, Medizinphysiker und Krankenpflegepersonal, die gemeinsam dafür sorgen, dass onkologischen Patientinnen und Patienten eine Bestrahlung auf höchstem Niveau, mit größter Präzision und in vollkommener Sicherheit erhalten können“, so Maffei.

stol