Einen Raub, der an Dreistigkeit wohl kaum zu überbieten ist, musste am Freitagvormittag eine 89-jährige Boznerin erleben. Ein bislang unbekannter Mann hatte sich ihr Vertrauen erschlichen und dadurch Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft. „Dort zeigte er dann seine wahren Absichten. Er zog meiner Mutter 3 Ringe von den Fingern und ein Armband vom Handgelenk. Dann suchte er das Weite“, berichtet ihr Sohn. <BR /><BR />Freitag 10.30 Uhr vor einem Wohnhaus im Zentrum der Stadt: Frau N.Z. (Name der Redaktion bekannt) kommt vom Einkaufen zurück. Beim Zugang zum Innenhof des Mehrfamilienhauses, in dem die 89-Jährige wohnt, steht ein Mann mittleren Alters. Er ist ordentlich gekleidet, hat gepflegtes Aussehen und ist offensichtlich beim Telefonieren. „Meine Mutter hat sich nicht viel dabei gedacht“, berichtet der Sohn. Als sie das Zugangsgitter aufsperrt, spricht sie der Mann freundlich und in italienischer Sprache an. „Er hat vorgegeben, auch ins Haus zu müssen“, erzählte der Sohn weiter. Beim Hauseingang dann das gleiche Spiel. Die Frau sperrt auf, der Mann folgt ihr, sie betreten zusammen den Aufzug. <BR /><BR />„Meine Mutter drückte den Knopf für den zweiten Stock und dann begann der Mann seine Masche.“ Er meinte, dass es sich gut treffe, da er ebenfalls in den zweiten Stock müsse. „Er gab an, verständigt worden zu sein, dass es in einer Wohnung im zweiten Stock einen Wasserschaden geben müsse, da im Appartement darunter das Wasser von der Decke tropfe. Er sagte, er müsse alle Wohnungen kontrollieren , fragte meine Mutter, ob er in ihrer Wohnung anfangen könne, ob es möglicherweise bei ihr einen Rohrbruch gebe. Auch zu diesem Zeitpunkt schöpfte sie keinen Verdacht.“ <BR /><BR />Die Frau sperrt die Wohnungstür auf und der Mann drängelt sich eilig und nahezu frech an ihr vorbei und macht sich sogleich auf den Weg in die Küche. „Dort hat er irgendeinen Schaum in den Abfluss gesprüht und erklärt, dass sich damit der Rohrbuch orten lasse.“ Auch im Bad wird der Mann aktiv und schlussendlich schaut er auch noch ins Schlafzimmer. Die Hektik, die der unbekannte Mann an den Tag legt, beginnt die 89-Jährige immer mehr zu überfordern. Dies scheint wohl das Ziel des Räubers zu sein. Während die Frau leicht verdattert dem merkwürdigen Treiben zuschaut, nähert sich der Mann, zieht der Frau 3 Ringe von den Fingern, schnappt sich auch noch ihr Armband und sucht das Weite. Die ganze Aktion dauert nur wenige Minuten. Völlig geschockt verständigt sie ihren Sohn. „Man liest täglich von den Maschen und Tricks, die sich die Kriminellen immer wieder ausdenken. Diese Masche scheint neu zu sein und ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist“, sagt der Sohn. Anzeige wird erstattet.