„Es geht nicht nur darum, die Krankheit zu behandeln“, betonte die Präsidentin der Südtiroler Krebshilfe, Maria Claudia Bertagnolli, am gestrigen Weltkrebstag. „Der Mensch wird in den Mittelpunkt gestellt.“ <BR /><BR />„Gemeinsam einzigartig“: Passender hätte das diesjährige Motto des Weltkrebstages wohl kaum sein können. „Die Diagnose verbindet Krebspatienten, aber ein jeder hat andere Bedürfnisse – und auf diese gilt es einzugehen“, sagte Krebshilfe-Präsidentin Bertagnolli. Im Hinblick auf diese neue, modernere Herangehensweise ist vor allem die Psychoonkologie bedeutend.<h3> Betreuung ist das A und O</h3>„Die Krebsdiagnose stellt eine traumatische Erfahrung dar“, so Dr. Luca Tondulli, Primar der Onkologie am Krankenhaus Bozen. „Auf den ersten Schock folgt eine schwierige Zeit, die körperliche seelische Spuren hinterlässt.“ Umso wichtiger ist es, jemanden zum Reden und Zuhören zu haben – hier kommt die Psychoonkologie ins Spiel. „Die Krankheit ist sowohl für den Patienten als auch dessen Familie belastend. Wir helfen ihnen, mit den neuen Lebensumständen umzugehen“, erklärte Dr. Brigitte Greif, Psychoonkologin am Krankenhaus Meran. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/psychoonkologin-dr-brigitte-greif-nach-dem-ersten-schock-wieder-aktiv-werden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier geht's zum Interview)</a><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1125855_image" /></div> <BR />Von mangelnder Bewegung bis hin zu Tabak und Alkohol: Ein ungesunder Lebensstil gilt als Hauptauslöser für Krebserkrankungen. Abgesehen vom Alkoholkonsum schneidet Südtirol bei den wichtigsten Risikofaktoren im gesamtstaatlichen Vergleich sehr gut ab, wie Dr. Guido Mazzoleni informierte. Der Präsident des Ärztebeirates der Südtiroler Krebshilfe legt der Bevölkerung die Teilnahme an den kostenlosen Screening-Programmen ans Herz. „Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden“, stellte Dr. Mazzoleni klar. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68444921_quote" /><BR /><BR />So ist die Zahl an Krebsfällen in Südtirol zwar im Steigen, die Mortalitätsrate aber sinkt. Beim Prostatakrebs – hierzulande der häufigste Tumor unter Männern – überleben 90 Prozent der Patienten. „Bei Frauen steht der Brustkrebs an erster Stelle“, so Dr. Mazzoleni. „75 Prozent der Betroffenen überleben die Erkrankung.“ Wird der Tumor bereits im ersten Stadium entdeckt, seien die Heilungschancen noch höher.