Um drei Prozent mehr Straftaten wurden heuer registriert, erklärte Regierungskommissar Valerio Valenti auf einer Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Bozen.Zum Vergleich: Staatsweit stieg die Kriminalitätsrate um 5,5 Prozent.Mehr WohnungsdiebstähleDeutlich zugenommen haben in Südtirol Diebstähle in Wohnungen: Wurden 2011 der Polizei noch 596 Einbrüche gemeldet, waren es heuer bisher schon 763.Das kommt einem Plus von 28 Prozent gleich.„Viele Diebesbanden wissen mittlerweile, dass die Südtiroler ihre Häuser nicht immer gut schützen“, bemerkte Valenti. Hier sollten die Bürger mehr investieren.Insgesamt gesehen wurden aber heuer mit 8148 Diebstählen um 0,7 Prozent weniger Diebestaten offiziell bei den Sicherheitskräften gemeldet als im Jahr zuvor (8203).Raub: minus vier ProzentWährend es bei Raub in Wohnungen einen Rückgang von 22 Prozent gab, stieg der Raub in Geschäften um 18 Prozent.Die absoluten Zahlen zeigen allerdings, dass es sich um ein Randphänomen handelt, denn 2012 gab es 13 Fälle, 2011 waren es elf.Insgesamt gab es bei den Rauben im Vergleich zu 2011 einen Rückgang von vier Prozent.Drogenhandel im AufschwungDeutlich gestiegen sind die Delikte im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln bzw. Drogen, wo es ein Plus von 18 Prozent gab. Im Jahr 2011 gab es 254 registrierte Fälle, heuer bereits 299.„Der Drogenkonsum wächst, wir müssen dem so gut es geht vorbeugen“, betonte Valenti.Im Bereich Drogenhandel gab es einen Zuwachs von vier Prozent, die Fälle von Drogenherstellung sind dagegen um 33 Prozent zurückgegangenZuhälterei und Produktfälschungen gehen zurückEin Minus verzeichnet das Regierungskommissariat in Sachen Prostitution: Die Fälle sind 2012 um 36 Prozent zurückgegangen.Außerdem gibt es weniger Produktfälschungen (minus 28 Prozent).Die Zahl der sexuellen Nötigungen und Sexualvergehen gegen Kinder und Jugendliche ist dagegen gleich geblieben: 75 Fälle wurden gezählt. Mehr beschlagnahmte Autos, weniger Führerscheine entzogenZu den Aufgaben der Behörden gehört auch das Entziehen von Führerscheinen: Im Jahr 2012 wurden sechs Prozent weniger Führerscheine zeitweilig entzogen und 45 Prozent weniger Führerscheine endgültig entzogen. Gleichzeit stieg die Zahl der Widerrufungen um 12 Prozent.240 Fahrzeuge wurden eingezogen, das entspricht einem Zuwachs von 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 210 Fahrzeuge wurden hingegen beschlagnahmt (plus 14 Prozent).Häufiger Grund war etwa eine abgelaufene Fahrzeugversicherung.Namensänderungen und StreiksIm Jahr 2012 gab es 76 Fälle, in denen eine Namensänderung vorgenommen wurde, vier Fälle weniger als im Vorjahr.Streiks und Schlichtungen haben dagegen um 100 Prozent von vier auf acht Fälle zugenommen.195 Mal mussten aufgrund von Sportveranstaltungen und Radrennen Straßen geschlossen werden. Insgesamt wurden 86 Fahrgenehmigungen ausgestellt.474 Ausländer erwerben StaatsbürgerschaftWährend die Zahl der Familiennachzüge von Immigranten um 34 Prozent abgenommen hat (585 Fälle), wurden sieben Prozent mehr Staatsbürgerschaften beantragt (881) und 24 Prozent mehr Staatsbürgerschaften erworben (383).Insgesamt wurden in Zusammenarbeit mit dem Schulamt 28 Sprachtests mit je 40 ausländischen Teilnehmern abgehalten, außerdem zwölf Integrationskurse mit je 16 Teilnehmern.Sparen durch Veräußerungen und NeubautenIm ablaufenden Jahr hat das Regierungskommissariat insgesamt 782.216 Euro eingespart.Geschafft habe man dies zum einen durch die Einsparung von Mietkosten für die von öffentlichen Körperschaften für institutionelle Zwecke verwendeten Gebäude, zum anderen durch den Veräußerung ungenützter Staatsgüter. Mehrere Gebäude für Polizei und Carabinieri wurden in der Folge angekauft, umgebaut oder neu gebaut.stol