Doch warum ist Wald in Südtirol für private Investoren kaum interessant?<BR /><BR />Südtirols Wald ist nicht nur grüne Lunge, Naherholungsgebiet und Schutz vor Naturgefahren, sondern auch wertvoller Rohstofflieferant und somit Wirtschaftsfaktor. „Zumindest jetzt ist das wieder so“, sagt Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstwirtschaft. Nachdem vor dreieinhalb Jahren Sturmtief „Vaia“ übers Land fegte, waren die Holzpreise in den Keller gerast. Inzwischen haben sich die Preise wieder erholt, sind so gut wie auf Vor-Sturm-Niveau. „Auch die Nachfrage nach frischem Holz ist wieder deutlich angestiegen und derzeit so hoch wie seit Jahren nicht mehr“, sagt Unterthiner. Entsprechend wird derzeit von der Forstbehörde auch viel an stehendem Holz ausgezeichnet, das geschlägert werden soll. <h3> Markt für Waldgrundstücke begrenzt</h3>Zufrieden mit der Entwicklung, die seit rund einem Jahr eingesetzt hat, ist man auch beim Südtiroler Bauernbund (SBB). Doch anders als beim Holzpreis verhalte es sich hierzulande bei den Preisen und vor allem bei der Nachfrage nach Wald, weiß SSB-Obmann Leo Tiefenthaler. „Die Leute investieren zwar lieber ihr Geld in Wohnungen oder Immobilien, als ihr Geld auf der Bank liegen zu lassen oder Aktien zu kaufen“, so Tiefenthaler. Waldparzellen würden hierzulande aber meist von Landwirten gekauft, um den eigenen Hof zu erweitern. Allerdings gebe es schon den einen oder anderen Privaten, der sich ein Stück Wald kauft. Der Markt für reine Waldgrundstücke sei in Südtirol aber eher begrenzt. <BR /><BR />Im Normalfall 60 Cent bis zu einem Euro wird hierzulande der Quadratmeter Wald gehandelt. „In besseren Gebieten, etwa dort wo Konventionen mit Fernheizwerken bestehen, kann der Preis auch schon mal auf 1,5 bis 3 Euro den Quadratmeter hochgehen“, weiß Alexander Benedetti, Vorsitzender der Südtiroler Maklervereinigung. <h3> Spitzenpreise wie in Österreich</h3>Damit liegen hierzulande die Spitzenpreise ähnlich hoch wie in Österreich. Mit durchschnittlich 3 Euro pro Quadratmeter die höchsten Preise erzielt worden sind dort im Vorjahr im Bundesland Salzburg. Der Quadratmeterpreis für Waldgrundstücke ist dort in 5 Jahren um stolze 25 Prozent angestiegen. Eine derartige Preissteigerung wie nördlich des Brenners hat es in Südtirol aber nicht gegeben. „Hier hatten wir nur die inflationsmäßige Preissteigerung“, so Benedetti. Es fehle einfach Angebot und Nachfrage. <BR /><BR />Doch warum ist Wald in Südtirol für private Investoren kaum interessant? „Im Gegensatz zu Österreich haben wir in Südtirol ganz andere Voraussetzungen“, so Benedetti. Zum einen befänden sich hierzulande die Wälder in mehr oder weniger steilen Hängen, seien dadurch, aber auch durch vielfach strengere Auflagen, erschwert maschinell zu bearbeiten. Das schlage sich natürlich auch auf die Wirtschaftlichkeit von Südtirols Wäldern nieder. Die Bringungskosten seien meist sogar höher als die Summe, die durch den Verkauf des Holzes hereinkomme. „Dadurch ist der Wald hierzulande als Renditeobjekt uninteressant“, sagt Benedetti. „Ganz anders eben als in Österreich oder Osteuropa.“