Dienstag, 16. März 2021

Kritik am Nein des Vatikan zur Segnung homosexueller Paare

Nach dem Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Partnerschaften gibt es Kritik von Lesben- und Schwulen-Verbänden in Italien.

Der Einfluss der Kirche in Italien sei der Grund, weshalb im Land die Ehe unter Homosexuellen nicht anerkannt werde, Fabrizio Marrazzo, Sprecher des Partito Gay.
Der Einfluss der Kirche in Italien sei der Grund, weshalb im Land die Ehe unter Homosexuellen nicht anerkannt werde, Fabrizio Marrazzo, Sprecher des Partito Gay. - Foto: © shutterstock
„Die Stellungnahme des Vatikan (STOL hat berichtet) ist ein Schlag für all jene Gläubigen, die noch auf die Unterstützung des Papstes gehofft hatten“, sagte Fabrizio Marrazzo, Sprecher des Partito Gay, der ersten Schwulenpartei in Italien.

Wichtig sei, dass sich römisch-katholische Parteien in Italien nicht vom Vatikan beeinflussen lassen. Der Einfluss der Kirche in Italien sei der Grund, weshalb im Land die Ehe unter Homosexuellen nicht anerkannt werde, meinte Marrazzo.

Italien war zuletzt das einzige Land in Westeuropa, in dem gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich nicht anerkannt waren. Ein Gesetz zur Legalisierung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften wurde 2016 verabschiedet. Das Adoptionsrecht für Homosexuelle war auf Druck katholischer Parteien und Organisationen aus dem Gesetz ausgeklammert worden.

Die katholische Kirche sieht sich nicht befugt, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Dies hat am Montag die vatikanische Glaubenskongregation klargestellt – und für große Aufregung in der Kirche gesorgt. In dem sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) heißt es, Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei.

Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Die christliche Gemeinschaft sei aber aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen zu respektieren.

apa/stol

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